Fotografiska Berlin erweitert sein Sommerprogramm um die „Fotografiska Summer Academy“. Vom 2. Juli bis 17. August 2026 bietet das Museum in Berlin-Mitte englischsprachige Workshops, Lectures und kreative Praxisformate für ein interessiertes Publikum an. Die Tickets beinhalten jeweils auch den Ausstellungsbesuch am Tag der Academy-Veranstaltung.
Das Programm richtet sich an Besucher, die neue kreative Techniken ausprobieren, vorhandene Kenntnisse vertiefen oder sich ohne langfristige Verpflichtung auf ein kompaktes Lernformat einlassen möchten. Damit positioniert Fotografiska die Summer Academy zwischen Museum, Workshop-Plattform und kreativem Begegnungsort.
Für Fotografen besonders relevant sind die Formate zur Street Photography, Musikporträtfotografie und Bildkultur. Am 18. und 19. Juli leitet Christian Stemmler einen Street-Photography-Workshop, der sich an der direkten, körpernahen Bildsprache von Bruce Gilden orientiert. Neben Theorie steht dabei die praktische Arbeit im Stadtraum im Mittelpunkt: Es geht um fotografische Haltung, Annäherung an Motive und den bewussten Umgang mit Menschen im öffentlichen Raum.
Einen kunstmarktnahen Einstieg bietet bereits am 2. Juli Prof. Dr. Magnus Resch mit dem Vortrag „How to Invest in Art“. Resch, von CNN als einer der führenden Experten für den Kunstmarkt bezeichnet, gibt Einblicke in Mechanismen, Bewertungskriterien und Strategien des Kunstmarkts. Für Fotografen ist das Thema nicht zuletzt mit Blick auf Editionen, Sammlermärkte und die Positionierung fotografischer Arbeiten relevant.
Am 29. Juli widmet sich die Magnum Lecture mit Andréa Holzherr, Global Cultural Director und Kuratorin bei Magnum Photos, der Frage, wie fotografische Arbeiten über das einzelne Bild hinaus kulturelle Relevanz entfalten können. Gerade im Kontext eines Museums wie Fotografiska ist dies ein wichtiger programmatischer Akzent: Fotografie wird nicht nur als Medium der Bilderzeugung, sondern als kulturelle Praxis verstanden.
Im August folgt mit „Musicians in Focus“ ein dreiteiliger Fotoworkshop mit Philipp Gladsome. Der Kurs am 3., 10. und 17. August beschäftigt sich mit der Inszenierung von Musikern im Porträt. Im Mittelpunkt stehen Vertrauen, Präsenz und die Übersetzung von Persönlichkeit in authentische Bilder. Damit greift das Format ein zentrales Thema professioneller Porträtfotografie auf: Wie lässt sich ein öffentliches Image fotografisch entwickeln, ohne die Person dahinter zu verlieren?
Ergänzt wird das Programm durch kreative Crossover-Formate. Ein Music-Sampling-Workshop mit Max Mella vermittelt Grundlagen des Beat-Makings, der Arbeit mit Samples, MIDI und Audioeffekten. Ein Duftkerzen-Workshop mit MUNIO verbindet Geruch, Erinnerung und persönliches Storytelling. Am 11. August lädt Hannah Goldstein zu einem Collage-Workshop ein, der visuelles Erzählen jenseits klassischer fotografischer Verfahren in den Blick nimmt.
Mit der Summer Academy setzt Fotografiska Berlin seine Strategie fort, Fotografie nicht allein als Ausstellungsmedium zu präsentieren, sondern als Ausgangspunkt für Austausch, Praxis und interdisziplinäre Kreativität. Das Programm verbindet fotografische Kernthemen mit Kunstmarkt, Musik, Design, Handwerk und visueller Kultur. Für ein Haus, das sich als zeitgenössisches Museum für Fotografie, Kunst und Kultur versteht, ist die Summer Academy damit weniger ein Zusatzprogramm als eine konsequente Erweiterung des Ausstellungsbetriebs.
Fotografiska Berlin befindet sich in der Oranienburger Straße 54 in Berlin-Mitte. Weitere Informationen und Tickets sind über die Website des Museums erhältlich.













