Vom 24. September bis 18. Oktober 2026 bringt das OFF//FOTO ZWISCHENFESTIVAL zeitgenössische Fotografie nach Mannheim und Heidelberg. In neun kuratierten Ausstellungen mit mehr als 30 künstlerischen Positionen geht es um die Frage, wie Menschen auf ökologische Notlagen, geopolitische Konflikte und gesellschaftliche Umbrüche reagieren – zwischen Rückzug und Widerstand, Solidarität und Eskapismus.
Das Festival versteht Fotografie dabei weniger als bloßes Dokument gesellschaftlicher Veränderungen denn als Medium der Reflexion. Die gezeigten Arbeiten bewegen sich zwischen Krisenbewusstsein und dem Entwurf neuer Perspektiven, zwischen Analyse und Flucht aus einer als zunehmend instabil empfundenen Gegenwart.
Auftakt im PORT25
Offiziell eröffnet wird das ZWISCHENFESTIVAL am 24. September um 19 Uhr im PORT25 – Raum für Gegenwartskunst in Mannheim. Im Foyer treffen mit „The Last Summer“ von Hahn+Hartung und „Temple Road“ von Josefine Rauch zwei fotografische Projekte aufeinander, die sehr unterschiedliche Antworten auf Unsicherheit formulieren.
- Foto: Hahn+Hartung
- Hahn+Hartung
Während Hahn+Hartung die fragile Leichtigkeit eines Sommers im Schatten globaler Krisen untersuchen, richtet Josefine Rauch den Blick auf verborgene Räume von Glauben, Gemeinschaft und Hoffnung. Beide Positionen kreisen damit um die Frage, wie Menschen Stabilität herstellen, wenn vertraute Sicherheiten brüchig werden.
Urbane Freiräume in Heidelberg
Bereits am 18. September beginnt im Dezernat#16 in Heidelberg das WESTEND FESTIVAL als Pre-Opening des Gesamtprogramms. Mit Arbeiten unter anderem von Akinbode Akinbiyi, Peter Truschner, Jule Wild, Abrie Fourie, Celine Yasemine, Laura Pecoroni, Noah Ziegler-Fourie und Elena Analog untersucht die Ausstellung urbane Freiräume als Orte gesellschaftlicher und demokratischer Aushandlung. Internationale fotografische Positionen treffen dabei auf lokale partizipative Projekte.
- Foto: Ege Ilicak
- Ege Ilicak
PORT25 bildet während des Festivals das Zentrum, doch das Programm verteilt sich auf zahlreiche weitere Orte in Mannheim und Heidelberg. Dazu gehören unter anderem das C-Hub im Jungbusch, Numa.Works, die 68 Galerie, LANGER. Space for Photography, Strümpfe – The Supper Artclub und die Abendakademie Mannheim sowie in Heidelberg die Leica Gallery, das Dezernat#16 und die Westend Gallery. Workshops, Artist Talks und eine Screening Night ergänzen das Ausstellungsprogramm.
Vom Einzelbild zur Bewegung
Neben den Ausstellungen setzt OFF//FOTO einen deutlichen Akzent auf Vermittlung und fotografische Praxis. Insgesamt fünf Workshops beschäftigen sich mit praktischen, theoretischen, editorischen und experimentellen Ansätzen.
Am Eröffnungswochenende widmen sich Hahn+Hartung im Workshop „The Moving Photo – Zwischen Fotografie und Bewegtbild“ der Erweiterung des fotografischen Bildes um die Dimension der Zeit. Ausgehend von „The Last Summer“ entwickeln die Teilnehmer kurze Videosequenzen und setzen sich mit Bildaufbau, Licht, Dauer und Motivwahl auseinander. Der Workshop findet am 26. und 27. September im C-Hub Mannheim statt.
- Peter Truschner
Peter Truschner beschäftigt sich am 26. September im Atelier Licht und Silber in Heidelberg unter dem Titel „Mehr als 1.000 Worte – Erzählen mit Bildern“ mit Strategien des linearen und nichtlinearen visuellen Erzählens. Bildauswahl, Dramaturgie und die Entwicklung einer passenden Erzählform stehen ebenso auf dem Programm wie individuelle Portfolio-Reviews.
Fotografie als Resonanzraum
Mit dem ZWISCHENFESTIVAL setzt OFF//FOTO auf eine Form des Festivals, die weniger auf spektakuläre Einzelpositionen als auf Zusammenhänge zielt. Fotografie wird zum Resonanzraum für eine Gegenwart, in der Gewissheiten schwinden und neue Formen von Gemeinschaft, Rückzug und Widerstand gesucht werden.
Ermöglicht wird das Festival durch das Kulturamt der Stadt Mannheim.
Foto oben: Chatard





















