Fotografie erreicht laut Art Basel & UBS Art Market Report 2026 rund 6 Prozent des globalen Galerieumsatzes und machte rund 12 Prozent der Verkäufe im Kunstmarkt aus. Damit liegt sie etwa auf dem Niveau von Prints und Multiples, während Malerei mit Abstand den größten Marktanteil stellt.

Entwicklung der Galerieverkäufe nach Medien 2021–2025: Der Bereich Prints, Multiples und Fotografie bewegte sich in den vergangenen Jahren relativ stabil und machte 2025 rund 12 Prozent der Verkäufe aus. Fotografie bleibt damit ein wichtiger Bestandteil des mittleren Marktsegments im internationalen Kunsthandel.
Der globale Kunstmarkt befindet sich weiterhin in einer Phase der Konsolidierung – mit deutlichen Auswirkungen auch auf den Markt für Fotokunst. Das zeigt der „Art Basel & UBS Art Market Report 2026“, der jährlich von der Ökonomin Clare McAndrew (Arts Economics) erstellt wird und als eine der wichtigsten Analysen zum internationalen Kunsthandel gilt.
Für Fotografen, Galerien und Sammler aus der Fotoszene lohnt ein genauer Blick auf die Entwicklungen am Kunstmarkt, denn sie geben Hinweise darauf, wie sich Nachfrage, Preise und Strukturen verändern.
Nach mehreren starken Jahren ist der weltweite Kunstmarkt 2025 leicht geschrumpft. Das Gesamtvolumen sank laut Bericht auf rund 65 Milliarden US-Dollar. Besonders stark betroffen war das hochpreisige Marktsegment, also Verkäufe im Bereich mehrerer Millionen Dollar.
Parallel dazu zeigt sich jedoch eine stabilere Entwicklung im mittleren Preisbereich – ein Segment, in dem Fotokunst traditionell stark vertreten ist. Werke im Bereich unterhalb der Spitzenpreise bleiben gefragt, da viele Sammler ihr Engagement diversifizieren und gezielter auf erschwinglichere Positionen setzen.
Für Fotokünstler bedeutet das: Der Markt wächst nicht explosionsartig, bietet aber weiterhin relativ stabile Chancen im mittleren Preisbereich, insbesondere über Galerien und spezialisierte Plattformen.
Trotz der zunehmenden Bedeutung digitaler Plattformen bleibt der Galerievertrieb der wichtigste Kanal für den Verkauf zeitgenössischer Kunst. Rund 55 Prozent der Verkäufe erfolgen weiterhin über Galerien.
Für Fotokünstler ist das besonders relevant, weil Fotografie im Vergleich zu Malerei oder Skulptur oft stärker über kuratorische Kontexte vermittelt wird – etwa über Ausstellungen, Festivals oder Fotobuchprojekte.
Gleichzeitig zeigt der Bericht, dass viele Galerien ihre Strategien angepasst haben: kleinere Ausstellungen, stärkere internationale Kooperationen und eine vorsichtigere Produktionsplanung.
Der während der Pandemie stark gewachsene Onlinehandel mit Kunst hat sich inzwischen stabilisiert. Digitale Verkäufe machen weiterhin einen bedeutenden Anteil des Gesamtmarkts aus, auch wenn das extreme Wachstum der Jahre 2020 und 2021 nicht mehr erreicht wird.
Für Fotografie ist das besonders relevant, da fotografische Arbeiten vergleichsweise gut online präsentiert und verkauft werden können – etwa über Plattformen, Online-Galerien oder digitale Editionen.
Ein weiterer Trend betrifft die demografische Entwicklung der Sammler. Der Anteil jüngerer Käufer – insbesondere unter 40 Jahren – wächst. Viele dieser Sammler entdecken Kunst zunächst online oder über soziale Netzwerke.
Fotografie profitiert von dieser Entwicklung, weil sie visuell und thematisch oft näher an zeitgenössischen Bildkulturen liegt als klassische Medien.
Der Report zeigt insgesamt ein differenziertes Bild: Während der spektakuläre Boom einzelner Jahre auf sich warten lässt, stabilisiert sich der Markt auf einem Niveau, das weiterhin Raum für neue Positionen lässt.
Für Fotokünstler bedeutet das vor allem eines: Erfolg im Kunstmarkt hängt heute stärker denn je von Netzwerken, Sichtbarkeit und institutionellen Kontexten ab – von Festivals über Galerien bis zu Plattformen und Publikationen.
Der Fotokunstmarkt bleibt damit kein schnelllebiges Spekulationsfeld, sondern ein Bereich, in dem sich langfristige Karrieren und Sammlerbeziehungen entwickeln.
https://www.artbasel.com/about/initiatives/the-art-basel-and-ubs-art-market-report













