Die Hamburger Fotografin Alexandra Polina ist neue Stipendiatin des mit 10.000 Euro dotierten Fotografie-Stipendiums „Hannover Shots“.
Die SHannoverStiftung – Stiftung der Sparkasse Hannover – vergibt das Stipendium bereits zum siebten Mal und fördert damit künstlerisch-dokumentarische Projekte, die sich intensiv mit der Landeshauptstadt Hannover auseinandersetzen.

Alexandra Polina (Foto: Lucas Mainka)
Polina überzeugte die Fachjury mit einem Projektvorhaben, das die hannoverschen Vereine in den Mittelpunkt stellt. Während ihres einjährigen Aufenthalts in Hannover wird sie Vereine, Initiativen und Gruppen als tragende Strukturen des gesellschaftlichen Zusammenhalts untersuchen. Ihr Fokus liegt auf den oft verborgenen Dynamiken innerhalb dieser Gemeinschaften – auf Räumen, in denen Zugehörigkeit, Engagement und kulturelle Vielfalt gelebt werden.
„Ein vielversprechendes Vorhaben, denn Vereine sind Wahlgemeinschaften und damit wichtige Orte des gesellschaftlichen Lebens und der kulturellen Vielfalt“, erklärt Stefan Becker, Geschäftsführer der SHannoverStiftung. Hier zähle sowohl die einzelne Person als auch das gemeinsame Ziel. Man freue sich auf Polinas individuellen Blick auf das Vereinsleben in Hannover.
Auch die Fotografin selbst beschreibt ihr Interesse an den Zwischenräumen des Alltäglichen. Sie wolle sichtbar machen, was hinter den Türen von Vereinshäusern und Gruppen geschieht – Orte intensiver Gemeinschaft mit eigenen Regeln, Ritualen und Dynamiken. Gerade im vermeintlich Gewöhnlichen offenbare sich oft das Besondere.

Steindamm-Atlas

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Alexandra Polina wurde 1984 in Taschkent geboren und studierte dort Journalistik. Nach ihrem Abschluss im Studiengang Fotografie und Bildmedien an der Fachhochschule Bielefeld im Jahr 2017 etablierte sie sich rasch in der internationalen Fotoszene. Bereits während ihres Studiums nahm sie an internationalen Ausstellungen teil und wurde mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Grand Prix des Fotofestival Łódź, dem BredaPhoto International Talent Program sowie dem Hamburger Georg Koppmann Preis. 2023 zeigte sie im Museum der Arbeit in Hamburg ihre Einzelausstellung „Eyes on Hamburg“.
Polinas Arbeiten bewegen sich zwischen dokumentarischer und redaktioneller Fotografie. Charakteristisch sind ein konzentrierter, situationsbezogener Blick, eine konzeptionelle Klarheit sowie eine eigenständige, oft subtil humorvolle Bildsprache. Inhaltlich kreisen ihre Projekte häufig um Fragen von Identität, Zugehörigkeit und Gemeinschaft – Themen, die auch im Stipendienprojekt „Hannover Shots“ eine zentrale Rolle spielen.
Die Ergebnisse ihres Hannover-Aufenthalts wird Polina im Mai/Juni 2027 in einer Ausstellung in der GAF – Galerie für Fotografie – in Hannover präsentieren.
Das Stipendium „Hannover Shots“ wird alle zwei Jahre ausgeschrieben und ermöglicht es Fotografen, über einen Zeitraum von zwölf Monaten ein eigenständiges Projekt in Hannover zu realisieren. Zu den bisherigen Preisträgern zählen Tomek Mzyk, Göran Gnaudschun, Maziar Moradi, Bettina Lockemann, Kai Löffelbein und Franziska Klose. Der Jury gehören unter anderem Prof. Karen Fromm, Prof. Roman Bezjak und Ulrike Schneider an.
hannover-shots.de
alexandrapolina.com












