Die Gewinner des internationalen Fotowettbewerbs „camerAmore“ der Technical Image Press Association (TIPA), stehen fest. Tausende Fotografinnen und Fotografen aus aller Welt folgten dem Aufruf, ihre persönliche Beziehung zu Fotoequipment visuell zu interpretieren.
Im Mittelpunkt des Wettbewerbs stand die Verbindung zwischen Kamera, Ausrüstung und fotografischer Praxis einerseits sowie innerem kreativen Antrieb und äußerer Wahrnehmung der Welt andererseits. Eingereicht wurden Arbeiten in drei Kategorien: „My Camera and I“, „Camera in Action“ und „What’s in My Camera Bag“.
Eine internationale Jury wählte aus jeder Kategorie jeweils zehn Finalisten. Neben den drei Kategoriesiegern wurden weitere neun Arbeiten pro Kategorie mit einer Honorable Mention ausgezeichnet. Zusätzlich wurde aus dem Kreis der Gewinner ein Gesamtsieger (Grand Prize Winner) bestimmt, dessen Werk durch besondere konzeptionelle Stärke sowie technische und gestalterische Qualität hervorstach.

Foto: Binta M’Baye
Gewinnerin der Kategorie „What’s in My Camera Bag“ ist Binta M’Baye (Polen): Sie arrangierte ihre Kameraausrüstung zu einem Gesicht und schuf damit ein stilles, sehr persönliches Selbstporträt. Ihre Arbeit reflektiert die enge Verbindung zwischen Fotografin und Werkzeug – die Kamera wird hier zur Erweiterung der eigenen Wahrnehmung und Identität.

Foto: Claudio Vignola
Claudio Vignola dokumentiert in seiner Siegerarbeit in der Kategorie „Camera in Action“ den intensiven Moment hinter den Kulissen einer Modenschau. Ohne offiziellen Auftrag fotografierte er eine Szene, die den Übergang zwischen Realität und Inszenierung zeigt. Im Fokus steht die Verwandlung eines jungen Models – ein flüchtiger Augenblick zwischen persönlicher Identität und öffentlicher Rolle.

Foto: Gilbert Murray
Die Kategorie „My Camera and I“ konnte Gilbert Murray (England) für sich entscheiden. Seine Arbeit erzählt eine autobiografisch geprägte Geschichte seiner fotografischen Entwicklung. Ausgehend von seiner ersten Kamera im Kindesalter beschreibt er seinen Weg durch verschiedene Lebensphasen – von London in den 1960er- und 70er-Jahren bis hin zu prägenden Erfahrungen in Jamaika. Seine Arbeit unterstreicht Fotografie als Mittel des Erinnerns und der gesellschaftlichen Dokumentation.
Der Grand Prize geht an Julien Gidoin (Foto oben), dessen fotografische Arbeit stark von seiner Erfahrung als Kameramann geprägt ist. Seine Bilder entstehen in ruhigen, beobachtenden Momenten – oft am Rande von Filmproduktionen.
Im Zentrum seines Schaffens stehen Themen wie Sichtbarkeit, soziale Ausgrenzung und Verantwortung. Gidoin arbeitet bevorzugt in Schwarzweiß und vermeidet dramatische Inszenierungen. Stattdessen setzt er auf Nähe, Zeit und wiederkehrende Begegnungen. Seine Fotografie versteht er als bewussten Gegenentwurf zur Gleichgültigkeit – als aktiven Prozess des Hinsehens und des Sichtbarmachens.
Die prämierten Arbeiten werden in den kommenden Wochen und Monaten in den Publikationen und auf den Websites der TIPA-Mitglieder vorgestellt. Zudem sind die Gewinnerbilder sowie eine Auswahl der ausgezeichneten Beiträge online abrufbar.













