Die Gewinner des World Press Photo Contest 2026 stehen fest. Mit der aktuellen Auswahl würdigt die World Press Photo Foundation erneut herausragende Arbeiten aus dem internationalen Fotojournalismus und der dokumentarischen Fotografie – und liefert zugleich ein eindringliches visuelles Panorama der Gegenwart.

A Desperate Plea, © Tyrone Siu, Reuters
Insgesamt wurden 57.376 Fotografien von 3.747 Fotografen aus 141 Ländern eingereicht. Die prämierten Projekte spiegeln die Vielfalt globaler Themen wider: von geopolitischen Konflikten über gesellschaftliche Umbrüche bis hin zu persönlichen Geschichten, die oft im Verborgenen bleiben. Dabei stehen sowohl große internationale Krisen als auch intime Einblicke in individuelle Lebensrealitäten im Fokus.

Polar Bear on Sperm Whale, © Roie Galitz
Die ausgezeichneten Arbeiten dokumentieren unter anderem Konflikte und deren Auswirkungen in Regionen wie der Ukraine, dem Nahen Osten oder den USA. Gleichzeitig wird die globale Dimension der Klimakrise sichtbar – mit Bildserien aus unterschiedlichsten Teilen der Welt, von Nordamerika über Europa bis nach Asien. Auch gesellschaftliches Engagement und politische Bewegungen finden ihren Platz, etwa in Reportagen über Proteste und den Einsatz für Rechte und Gleichberechtigung.

ICE Arrests at New York Court, © Carol Guzy, ZUMA Press, iWitness, for Miami Herald
Neben diesen globalen Themen überzeugen viele Arbeiten durch ihre persönliche Nähe. Sie erzählen von Krankheit, Verlust und Isolation, aber auch von Hoffnung, Widerstandskraft und kultureller Identität. Porträts und Reportagen führen den Betrachter in Lebenswelten, die von jungen Tänzern in Südafrika bis zu Familien reichen, die von Migrationspolitik betroffen sind.

A Territory of Hope, © Priscila Ribeiro
Ein zentrales Merkmal des Wettbewerbs bleibt seine internationale Perspektive. Seit Einführung des regionalen Jurymodells im Jahr 2021 hat sich die Vielfalt der ausgewählten Stimmen weiter erhöht. In diesem Jahr stammen 31 der 42 prämierten Fotografen aus den Regionen, die sie dokumentieren. Auch die Beteiligung aus Südamerika sowie aus dem asiatisch-pazifischen Raum ist erneut gestiegen, während der Anteil von Fotografinnen und nicht-binären Teilnehmern kontinuierlich wächst.

“I’m Afraid”: Afghan Women Face US Aid Cuts, © Elise Blanchard, for TIME
Die Auswahl der Gewinner erfolgte in einem mehrstufigen Verfahren durch regionale Jurys sowie eine internationale Hauptjury unter Vorsitz von Kira Pollack. Sie betont die besondere Bedeutung der ausgezeichneten Arbeiten in einer Zeit, in der Fragen nach Wahrheit, Wahrnehmung und gesellschaftlicher Verantwortung zunehmend an Relevanz gewinnen.
Die prämierten Bildserien werden im Rahmen der internationalen Wanderausstellung des Wettbewerbs weltweit einem Millionenpublikum präsentiert. Den Auftakt bildet die zentrale Ausstellung in der De Nieuwe Kerk in Amsterdam. Dort wird am 23. April 2026 auch das „World Press Photo of the Year“ bekannt gegeben.
Mit seiner aktuellen Ausgabe unterstreicht der Wettbewerb einmal mehr die zentrale Rolle der Fotografie als Medium der Dokumentation und Reflexion – und als visuelles Gedächtnis einer Welt im Wandel.
Foto oben: Joburg Ballet School, © Ihsaan Haffejee, for GroundUp







