Unter dem Titel „Tomorrow Will Be Yesterday“ startet die Deutsche Gesellschaft für Photographie gemeinsam mit Fotografiska Berlin einen internationalen Open Call für fotografische Serien. Anlass ist das 75-jährige Bestehen der DGPh. Die ausgewählten Arbeiten werden am 19. September 2026 auf der großformatigen LED-Wand von Fotografiska Berlin präsentiert.
Gesucht werden fotografische Projekte, die die Gegenwart als Ausgangsmaterial der zukünftigen Erinnerung lesen. Im Mittelpunkt stehen Übergänge, Entwicklungen und Veränderungen – Bilder einer Zukunft, die bereits im Entstehen begriffen ist und schon bald Vergangenheit sein wird.
Die Ausschreibung richtet sich weltweit an Fotografen ab 18 Jahren. Eine professionelle fotografische Ausbildung oder Berufserfahrung ist nicht erforderlich. Eingereicht werden können bereits bestehende Serien mit zehn bis 20 Bildern, ergänzt durch eine kurze Projektbeschreibung mit maximal 600 Zeichen sowie eine knappe Biografie. Die Bilddaten müssen als JPEG im sRGB-Farbraum und mit mindestens 3.000 Pixeln an der langen Seite vorliegen.
Der Open Call beginnt am 24. Juli 2026. Einsendeschluss ist der 21. August um 23.59 Uhr. Pro Teilnehmer kann eine Serie eingereicht werden. Die Teilnahme kostet 15 Euro, Mitglieder der DGPh können über einen im Mitglieder-Newsletter bereitgestellten Gutscheincode kostenfrei teilnehmen.
Bilder für die Erinnerung von morgen
„Tomorrow Will Be Yesterday“ versteht sich nicht als klassischer Fotowettbewerb. Es gibt weder Platzierungen noch ein Preisgeld. Im Zentrum stehen die gemeinsame Präsentation und die kuratorische Auseinandersetzung mit fotografischen Erzählformen.
Die ausgewählten Serien werden zu einer dramaturgisch aufgebauten Slideshow verbunden und am 19. September auf der 3,8 mal 6,5 Meter großen LED-Wand von Fotografiska Berlin gezeigt. Einen Tag später wird die Präsentation zusätzlich online veröffentlicht. Die Ergebnisse des Auswahlverfahrens werden den Teilnehmern bis zum 11. September mitgeteilt.
Über die Einreichungen entscheidet eine fünfköpfige Jury. Ihr gehören Kathy Ryan, langjährige Director of Photography des New York Times Magazine und Trägerin des Dr.-Erich-Salomon-Preises der DGPh, der Fotograf und Leiter der DGPh-Sektion Bild Ralph Baiker, ProfiFoto-Chefredakteur und Leiter der DGPh-Sektion Kunst, Markt und Recht Thomas Gerwers sowie Claire Ducresson-Boët, Exhibition Manager und Kuratorin bei Fotografiska Berlin, an.
Der Kölner Fotograf Wolfgang Zurborn übernimmt die Sequenzierung der finalen Slideshow. Seine fotografische und editorische Arbeit ist geprägt von einem besonderen Interesse an der Wirkung von Bildfolgen und ihrer inneren Dramaturgie.
Fotografie statt Bilderzeugung
Zugelassen sind ausschließlich fotografische Arbeiten, die mit einer Kamera aufgenommen wurden. KI-generierte Bilder und Generative Fill sind ausgeschlossen. Erlaubt sind klassische Bearbeitungen wie Ausschnitt, Farbkorrektur oder die Umwandlung in Schwarzweiß. Nicht akzeptiert werden substanzielle digitale Eingriffe, bei denen Bildelemente hinzugefügt, entfernt oder innerhalb der Aufnahme neu angeordnet werden.
Die Urheberrechte verbleiben vollständig bei den Fotografen. Im Fall einer Auswahl erhält die DGPh für zwei Jahre ein nicht exklusives Nutzungsrecht für die Kommunikation rund um die Veranstaltung und die Präsentation.
Auch Mitglieder der Jury können eigene Arbeiten einreichen. Bei der Bewertung und Diskussion ihrer eigenen Projekte nehmen sie jedoch nicht teil.
Mit „Tomorrow Will Be Yesterday“ verbindet die DGPh ihr Jubiläum mit einer Frage, die für die Fotografie grundlegend ist: Welche Bilder der Gegenwart werden künftig als Zeugnisse eines Übergangs gelesen werden – und wie verändert sich ihre Bedeutung, sobald das Morgen selbst zur Vergangenheit geworden ist?
Foto oben: Rüdiger Glatz
Einreichungen über:
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