Mit der rasanten Verbreitung Künstlicher Intelligenz hat sich die Diskussion um die Zukunft der Fotografie grundlegend verändert. Dabei geht es um Fragen nach Authentizität, Urheberschaft und der Glaubwürdigkeit visueller Inhalte. Genau hier setzt der Vortrag „Fotografie im Zeitalter der KI“ von Julian Kramer an, der am 20. Februar 2026 in Wetzlar stattfindet.
Kramer vereint zwei Perspektiven, die in dieser Debatte selten so eng zusammenkommen: Er arbeitet als Fotograf mit hybriden Bildrealitäten und ist zugleich Tech-Executive bei Adobe. Seine Expertise liegt damit an der Schnittstelle zwischen künstlerischer Praxis und technologischer Entwicklung. In seinem Vortrag beleuchtet er nicht nur die kreativen Möglichkeiten KI-gestützter Werkzeuge, sondern vor allem deren Auswirkungen auf das Vertrauen in fotografische Bilder.
Im Zentrum des Abends stehen sogenannte Content Credentials – digitale Herkunftsnachweise, die in den Metadaten von Bilddateien verankert werden. Diese sollen transparent machen, unter welchen Bedingungen ein Bild entstanden ist, ob es verändert wurde und welche Werkzeuge dabei zum Einsatz kamen. Ziel ist es, dem Betrachter nachvollziehbare Informationen über Entstehung und Bearbeitung eines Fotos bereitzustellen und so neue Vertrauensstrukturen im digitalen Raum zu schaffen.
Eine besondere Rolle spielt dabei Leica. Mit der Leica M11-P stellte das Unternehmen 2023 die weltweit erste Kamera vor, die Content Credentials direkt beim Auslösen in die Bilddatei integriert. Julian Kramer war als Teil des Adobe-Teams an dieser Entwicklung beteiligt und zeigt in seinem Vortrag, wie sich technologische Transparenz und künstlerische Freiheit nicht ausschließen müssen. Vielmehr eröffnen sich neue Dialogräume zwischen Fotografen, Bildern und Betrachtern, in denen Offenheit zum Qualitätsmerkmal wird.
Neben technischen Aspekten greift Kramer auch philosophische Fragestellungen auf: Welche Rolle spielt das fotografische Bild in einer Zeit, in der KI realistische Szenen erzeugen kann, die nie existiert haben? Und welche Verantwortung tragen Fotografen, wenn Manipulation und Dokumentation zunehmend ineinander übergehen? Der Vortrag verspricht damit nicht nur einen Einblick in aktuelle Entwicklungen, sondern auch eine Reflexion über die kulturelle Bedeutung der Fotografie im digitalen Zeitalter.
Veranstaltungsort ist die Leica Welt – ein zentraler Treffpunkt für Fotografieinteressierte und zugleich Herz der Marke Leica. Das weitläufige Areal vereint Unternehmenssitz, Museum, Galerie, Flagship-Store, Akademie und Veranstaltungsflächen und hat sich in den vergangenen Jahren zu einem internationalen Forum für Bildkultur entwickelt.
Der Vortrag beginnt am 20. Februar 2026 um 18:30 Uhr. Die Teilnahmegebühr beträgt 10 Euro. Damit richtet sich die Veranstaltung gleichermaßen an Fotografen, Kreative und alle, die sich mit der Frage beschäftigen, wie Vertrauen in Bildern künftig entstehen kann.













