Am 7. und 8. März 2026 findet in Leipzig die fünfte Ausgabe des Leipzig Photobook Festival unter dem Titel „Power / Fragility“ statt.
Das Leipzig Photobook Festival versteht sich als internationales Format, das das Potenzial des Fotobuchs im zeitgenössischen Kontext sichtbar macht und feiert. Es möchte unterhalten, anregen und den Blick auf Fotobücher verändern – als künstlerisches Objekt, als Diskursraum und als eigenständige Ausdrucksform.
Austragungsort des Photobook Festivals ist die HALLE 14 – Zentrum für zeitgenössische Kunst in der Leipziger Baumwollspinnerei. Unter der Leitung und künstlerischen Konzeption von Calin Kruse sowie der künstlerischen Co-Konzeption von Jenny Starick verbindet das Leipzig Photobook Festival erneut Diskurs und Praxis. Geplant sind unter anderem Podiumsdiskussionen, Präsentationen, Gespräche, Fotobuch- und Fotoausstellungen, Filmvorführungen, Projektionen, Workshops sowie Portfolio-Reviews.
Ein zentraler Bestandteil bleibt der Fotobuchmarkt, der nicht nur Publikationen präsentiert, sondern auch die Szene unabhängiger Verlage und handgemachter Buchkunst sichtbar macht.
Zu den Höhepunkten zählt die Ausstellung der schwedischen Fotografin Lina Scheynius, deren Bildsprache rund um Intimität, Körper und Nähe eine große internationale Anhängerschaft gewonnen hat. Gleichzeitig wird ihre Arbeit immer wieder durch Mechanismen digitaler Plattformen eingeschränkt – bis hin zu Zensur oder verdeckter Blockierung. Das Festival nutzt diese Perspektive, um Machtverhältnisse zwischen Konzernen und künstlerischer Selbstermächtigung zu thematisieren.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Arbeit des indischen Fotografen Arko Datto, der zwischen 2017 und 2020 die Folgen des Klimawandels in den Sundarbans dokumentierte: steigende Wasserspiegel, schwindende Mangrovenwälder und die fragile Lebensrealität von Millionen Menschen, die am stärksten betroffen sind, obwohl sie am wenigsten zur Krise beigetragen haben. Seine nächtlichen Blitzlichtaufnahmen erzeugen eine surreale, beunruhigende Atmosphäre – und übersetzen „Power / Fragility“ in eine visuelle Dringlichkeit.
Beide Ausstellungen sind vom 7. März bis 2. April 2026 zu sehen und werden von einer Ausstellungspublikation begleitet. Parallel dazu zeigt das Festival weitere Positionen, darunter die „Aperture PhotoBook Awards“ sowie „Fragile Volumes – Das Fotobuch jenseits des Papiers“.
Ein besonderes Diskursformat ist die Paneldiskussion „Framing the Fragility of Peace“ am 8. März 2026 um 14 Uhr. Mit dabei sind Antoine d’Agata und Emin Özmen (beide Fotografen), Asle Olsen (Curator des Nobel Peace Center) sowie als Moderatorin Andrea Holzherr (Magnum Photos). Im Zentrum steht die Frage, wie visuelles Storytelling globale Debatten über Menschenrechte, Gerechtigkeit und Kriegserfahrungen prägen kann – und wie Bilder nicht nur Brüche sichtbar machen, sondern auch fragile Hoffnung transportieren.










