Aktuelle Siegerarbeiten des PROFIFOTO NEW TALENT AWARD 25/26 sind in diesem Jahr wieder Teil des Fotogipfel Oberstdorf, der vom 17. bis 21. Juni 2026 unter dem Leitthema „Abenteuer“ stattfindet.
- Foto: Javier Arcenillas
- Foto: Liz Obert
- Foto: Marie Sueur
- Foto: Laura Knipsael
- Foto: Katrina Dobbermane
Die Siegerarbeiten des PROFIFOTO NEW TALENT AWARD 25/26 versammeln vom 12. Juni bis 5. Juli 2026 eine eindrucksvolle Bandbreite zeitgenössischer fotografischer Positionen, die sich zwischen Inszenierung, Dokumentation und konzeptueller Bildarbeit bewegen.
Die Ausstellung im Kunsthaus Villa Jauss stellt die ausgezeichneten Positionen bewusst in einen größeren Kontext: Fotografie als Entdeckungsreise – nicht nur im geografischen, sondern auch im inhaltlichen und persönlichen Sinne.
- Foto: Marcin Mirosławski
- Foto: Victor Feillant
- Foto: Shin Ono
- Foto: Julia Wimmerlin
Gerade in dieser Perspektive fügen sich die prämierten Arbeiten nahtlos in das Konzept des Festivals ein. Denn das Verständnis von Abenteuer, das der Fotogipfel formuliert, reicht weit über spektakuläre Expeditionen hinaus. Es umfasst ebenso leise, innere Prozesse, gesellschaftliche Fragestellungen und individuelle Auseinandersetzungen – genau jene Themen, die viele der ausgezeichneten Serien prägen. Mitglied der Jury ist unter anderem der Kurator des Fotogipfels Oberstdorf, Christian Popkes.
Den ersten Platz der Best of Best-Auswahl belegt Mischa Lluch (Spanien/USA) mit seiner Serie Fading. Mit einem ausgeprägten filmischen Gespür entstehen traumartige Bildräume, in denen Schönheit nicht im Perfekten liegt, sondern im Verblassenden – ein visuelles Abenteuer der Wahrnehmung und Vergänglichkeit.
Auf Platz zwei folgt Liz Obert (USA) mit American Bodegónes. Ihre Arbeiten verbinden kunsthistorische Referenzen mit zeitgenössischer Konsumkritik und hinterfragen in sorgfältig komponierten Stillleben die Mechanismen von Überfluss und Vergänglichkeit – eine konzeptuelle Entdeckungsreise durch Bildtraditionen und Gegenwart.
Katrina Dobbermane (Lettland/Frankreich) belegt mit Constructed den dritten Platz. Ihre Serie versteht den menschlichen Körper als lebendige Architektur und eröffnet damit einen experimentellen Zugang zur eigenen physischen Existenz – ein Abenteuer im Spannungsfeld von Konstruktion und Körperlichkeit.
Auch die weiteren ausgezeichneten Positionen lassen sich im Sinne des Fotogipfel-Mottos lesen. Laura Knipsael (Niederlande) untersucht in MOLTITUDE die Wandelbarkeit von Identität zwischen digitalem Selbstentwurf und realer Erscheinung – eine Reise durch fragmentierte Selbstbilder unserer Zeit. Marie Sueur (Frankreich) entwirft in Murmures de l’âme einen poetischen Raum zwischen Traum, Erinnerung und innerem Erleben, der Fotografie als introspektives Medium begreift.
Javier Arcenillas (Spanien) richtet in STREET CARTOGRAPHY den Blick auf urbane Räume, geformt von Hitze und gleißendem Licht, und entwickelt daraus eine visuelle Kartografie der Stadt. Julia Wimmerlin (Schweiz/Ukraine) setzt sich in Nymphs 2.0 mit der Darstellung weiblicher Körper zwischen Mythos, Virtualität und Selbstermächtigung auseinander.
Mit The Specter of Life 3 schafft Marcin Mirosławski (Polen) ein fragmentiertes, metaphorisches Porträt innerer Zustände, während Victor Feillant (Frankreich) in Through the Window, Life beiläufige Alltagsszenen einfängt – flüchtige Beobachtungen urbaner Wirklichkeit, gesehen durch die Distanz von Fensterscheiben.
Eine besonders persönliche Form des fotografischen Abenteuers zeigt Shin Ono (USA/Japan) mit Miki and Yoko. Über Jahrzehnte hinweg dokumentiert er in eindringlichen Schwarzweißporträts das Leben seiner Eltern und macht Zeit, Nähe und Vergänglichkeit unmittelbar erfahrbar.
Im Kontext des Fotogipfels wird deutlich: Abenteuer in der Fotografie bedeutet heute nicht zwingend, an entlegene Orte zu reisen. Es kann ebenso in der Auseinandersetzung mit Identität, Erinnerung, Körper oder gesellschaftlichen Realitäten liegen. Die Arbeiten des PROFIFOTO NEW TALENT AWARD zeigen genau diese Vielfalt – und machen sichtbar, wie fotografische Positionen das Medium als Werkzeug zur Erkundung der Welt und des eigenen Selbst begreifen.
Zweimal jährlich bietet der von Canon und ProfiFoto in Kooperation mit Hahnemühle und Whitewall ausgeschriebene New Talent Award Fotografinnen und Fotografen die Chance, bei der Umsetzung ihrer „Bilder im Kopf“ Unterstützung zu finden. Teilnehmen können alle, die professionell in der Fotografie oder artverwandten Berufsgruppen tätig sind, gleich welchen Alters und egal ob haupt- oder nebenberuflich. Die mit 3.000 Euro jährlich dotierte Auszeichnung wird alle sechs Monate von einer renommierten Jury an fünf Bewerber vergeben, deren fotografische Handschrift überzeugt und die mit ihren Konzepten neugierig machen auf mehr. Unter den insgesamt zehn Siegerarbeiten der jährlich zwei Wettbewerbs-Abschnitte ermittelt die Jury die drei besten Arbeiten.
Foto oben: Javier Arcenillas


















