Das Fotomuseum Winterthur stellt die Weichen für die Zukunft: Ab August 2026 übernimmt Sophie Haslinger die Direktion der international renommierten Institution. Sie folgt auf Nadine Wietlisbach, die das Haus seit 2018 geprägt hat und künftig die Leitung Förderung Kultur beim Migros-Genossenschafts-Bund übernimmt.
Mit Haslinger gewinnt das Museum eine Kuratorin, die für eine zeitgenössische, diskursstarke Auseinandersetzung mit Fotografie steht. Ihre Arbeit verbindet kuratorische Praxis mit gesellschaftlichen und ökologischen Fragestellungen – ein Ansatz, der in der aktuellen Entwicklung fotografischer Institutionen zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Seit 2015 war Haslinger am KunstHausWien tätig, zuletzt als Leiterin der Ausstellungsabteilung. Dort verantwortete sie ein Programm, das Fotografie konsequent im erweiterten Kontext visueller Kultur verortet. Ihre Projekte zeichnen sich durch thematische Offenheit und interdisziplinäre Zugänge aus – von ökologischen Fragestellungen bis hin zu medienkritischen Positionen.
Mit dem Wechsel nach Winterthur übernimmt sie ein Haus, das seit seiner Gründung 1993 als zentrale Plattform für zeitgenössische Fotografie gilt. Das Museum versteht sich nicht nur als Ausstellungsort, sondern als Diskursraum, der die Rolle von Bildern in gesellschaftlichen, sozialen und politischen Zusammenhängen untersucht.
Die Berufung Haslingers signalisiert eine Fortsetzung dieser Ausrichtung – mit dem erklärten Ziel, die Verbindung von kuratorischer Praxis und aktuellen Fragestellungen weiter zu stärken. Zugleich bleibt die Öffnung hin zu einem breiteren Publikum ein zentrales Anliegen.
Damit steht das Fotomuseum Winterthur exemplarisch für eine Entwicklung, die viele Institutionen derzeit prägt: Fotografie wird nicht mehr ausschließlich als künstlerisches Medium verstanden, sondern als entscheidender Faktor visueller Kultur – und damit als Schlüssel zur Analyse gesellschaftlicher Prozesse.
Foto oben: Sophie Haslinger, fotografiert von Michael Goldgruber












