Mit der Ausstellung „Why These?“ widmet sich Fotografiska Berlin einem der kompromisslosesten Street-Fotografen unserer Zeit: Bruce Gilden.
Die Schau (25. April – 23. August 2026) vereint ikonische Schwarzweißarbeiten aus Gildens frühen Jahren mit späteren, großformatigen Farbfotografien und gibt damit einen umfassenden Einblick in die Entwicklung seines unverwechselbaren Stils.
- GB. West Bromwich. 2014. Peter at the bus station.
- USA. Las Vegas, Nevada. 2014. Donna, a card dealer.
- Amber, Kensington, Philadelphia, USA. 2023 © Bruce Gilden
Bruce Gilden ist bekannt für eine Fotografie, die nicht gefallen will, sondern konfrontiert. Seine Bilder entstehen oft mit direktem Blitzlicht aus nächster Nähe und zeigen Menschen, die sonst im öffentlichen Raum übersehen werden. Gesichter, die sich einprägen, weil sie roh, ehrlich und ungeschönt sind. Die Ausstellung greift diese Wirkung bewusst auf und stellt mit ihrem Titel „Why These?“ zugleich eine Frage an das Publikum: Warum lösen diese Bilder Unbehagen aus, und warum kann man sich ihnen dennoch nicht entziehen?
Gezeigt werden insgesamt 41 Fotografien, die Gilden selbst ausgewählt hat. Ein zentraler Teil der Ausstellung besteht aus 19 ikonischen Aufnahmen aus Projekten in Coney Island, Haiti, New York und Tokio, die seine frühe Schaffensphase prägen. Ergänzt wird dies durch 22 großformatige Arbeiten aus seiner späteren Phase, in der er ab 2013 verstärkt mit digitaler Farbfotografie arbeitete und damit seinem Stil eine neue visuelle Dimension hinzufügte.
- USA. Ocean City, MD. 2021.
- USA. New York City. 1986.
- USA. NYC. Coney Island. 1982. Woman on beach pointing at a man near her.
Gildens fotografischer Ansatz ist eng mit seiner Biografie verbunden. Aufgewachsen in Brooklyn entwickelte er früh eine Faszination für die Menschen der Straße, für „Charaktere“, die sich durch Präsenz und Ausdruck auszeichnen. Seine Arbeitsweise folgt einem klaren Prinzip: Nähe. Je näher er seinen Motiven kommt, desto intensiver werden seine Bilder. Diese Direktheit macht den Betrachter unweigerlich zum Teil der Szene und erzeugt eine physische und emotionale Unmittelbarkeit, die seine Arbeiten so unverwechselbar macht.
Seit 1998 ist Bruce Gilden Mitglied der renommierten Agentur Magnum Photos und hat weltweit in Städten wie New York, Tokio oder Mexiko-Stadt gearbeitet. Seine Motive stammen häufig aus gesellschaftlichen Randbereichen, doch seine Bilder sind nie bloße Dokumentation. Vielmehr zeigen sie eine tiefe, wenn auch oft unbequeme Form von Menschlichkeit, die sich aus seiner direkten Herangehensweise ergibt.
„Why These?“ ist damit mehr als eine Retrospektive. Die Ausstellung fordert dazu auf, sich mit dem eigenen Blick auseinanderzusetzen und Fotografie nicht nur als ästhetisches Medium, sondern als Spiegel gesellschaftlicher Realität zu verstehen.
Foto oben: Bruce Gilden, HAITI. Port-au-Prince. Cemetery. 1988
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