Das Festival La Gacilly-Baden Photo kehrt 2026 mit einem klaren thematischen Fokus und einem eindrucksvollen Programm zurück. Unter dem Motto „So British!“ verwandelt sich Baden bei Wien vom 12. Juni bis 11. Oktober erneut in eine groß angelegte Open-Air-Galerie.
Auf einer Strecke von rund sieben Kilometern werden etwa 1.500 großformatige Fotografien in Parks, Gärten und der Altstadt präsentiert. Über 30 Ausstellungen sind rund um die Uhr frei zugänglich und machen die Stadt für mehrere Monate zu einem zentralen Ort zeitgenössischer Fotografie.

Das Festival widmet sich 2026 dem fotografischen Blick auf Großbritannien und dessen kulturelle Eigenheiten. Die Ausstellung beleuchtet eine Gesellschaft zwischen Tradition und Exzentrik und zeigt, wie britische Fotografen den Geist ihrer Zeit mit analytischer Schärfe und visuellem Gespür erfassen. Dabei reicht das Spektrum von dokumentarischen Positionen bis hin zu inszenierten und konzeptuellen Arbeiten.
Im Zentrum stehen dabei bedeutende Namen der internationalen Fotografie. Sir Don McCullin wird als eine der prägenden Figuren des dokumentarischen Bildes gewürdigt. Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine klare Haltung aus, indem sie soziale Missstände sichtbar machen und den Krieg nicht nur dokumentieren, sondern kritisch reflektieren. Mit Martin Parr richtet sich der Blick auf einen Fotografen, der seit Jahrzehnten die britische Gesellschaft mit ironischer Präzision porträtiert und dabei Konsum, Alltag und soziale Rituale gleichermaßen hinterfragt hat.
Ergänzt wird dieses Spektrum durch weitere Positionen wie Tony Ray-Jones, Peter Dench oder Josh Edgoose, die sich jeweils auf eigene Weise mit Identität, Humor und Widersprüchen innerhalb der britischen Gesellschaft auseinandersetzen. Auch historische Perspektiven werden einbezogen, etwa durch die Pionierin Anna Atkins, die bereits im 19. Jahrhundert fotografische Verfahren weiterentwickelte.
Neben dem Fokus auf Großbritannien öffnet sich das Festival zugleich globalen Themen. Projekte zu Umwelt, Klima und gesellschaftlichen Veränderungen nehmen eine zentrale Rolle ein. Arbeiten von Laurent Ballesta zeigen die fragile Unterwasserwelt als entscheidenden Bestandteil des Klimasystems. Fotografen wie Supratim Bhattacharjee oder Frédéric Noy widmen sich den Auswirkungen des Klimawandels auf Lebensräume und Gesellschaften.
Auch kulturelle und künstlerische Grenzbereiche werden ausgelotet. Mit historischen Stereofotografien aus der Sammlung von Brian May wird ein ungewöhnlicher Blick auf die frühen Experimente der Fotografie eröffnet. Gleichzeitig greifen zeitgenössische Projekte Themen wie Musik, Mode oder Popkultur auf und verbinden sie mit fotografischer Narration.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf wissenschaftlichen und dokumentarischen Ansätzen, etwa in Projekten zu Wasser als globaler Ressource oder zu ökologischen Veränderungen. Ergänzt wird das Programm durch Beiträge, die sich mit Reisen, Natur und visueller Wahrnehmung auseinandersetzen und Fotografie als Mittel der Erkenntnis und Reflexion nutzen.
Mit dieser Kombination aus thematischer Fokussierung, internationaler Beteiligung und offener Präsentationsform bestätigt das Festival La Gacilly-Baden Photo seine Rolle als eines der größten und zugänglichsten Fotofestivals Europas. Es verbindet künstlerische Qualität mit gesellschaftlicher Relevanz und schafft einen Raum, in dem Fotografie als lebendiges Medium erlebt werden kann.
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