Mit der Ausstellung „Helmut Newton. Cars“ rückt die Helmut Newton Foundation ein bislang wenig isoliert betrachtetes Motiv im Werk des Fotografen in den Fokus: das Automobil.
Präsentiert im Rahmen des FuoriConcorso-Festivals in der Villa Olmo am Comer See, verbindet die Schau Modefotografie, Design und automobile Kultur zu einem visuell dichten Gesamterlebnis.
- Helmut Newton, Italian Vogue, Lake Como, 1996, Alpha Romeo Spider 2.0, copyright Helmut Newton Foundation
- Helmut Newton, At the French-Belgian Border, French Vogue, 1962, Mercedes Benz 190c, copyright Helmut Newton Foundation
- Helmut Newton, June, Via Appia Antica, Rome 1956, Porsche 356, copyright Helmut Newton Foundation
Die Ausstellung findet als Freiluftpräsentation im Garten der Villa Olmo statt, der für diesen Anlass in ein offenes Ausstellungsgelände verwandelt wird. Auf großformatigen Bildpanelen werden Fotografien gezeigt, die zwischen 1956 und 2001 entstanden sind und damit mehrere Jahrzehnte im Schaffen Newtons abdecken. Insgesamt umfasst die Auswahl 38 Arbeiten, die einen konzentrierten Überblick über die Rolle des Automobils in seinem Werk geben.
Helmut Newtons Zugang zum Thema ist dabei alles andere als rein dokumentarisch. Autos erscheinen in seinen Bildern mal als luxuriöses Accessoire, mal als gleichberechtigtes Motiv neben den oft ikonischen Figuren seiner Modefotografie. Schon früh integrierte Newton Fahrzeuge bewusst in seine Inszenierungen, etwa in den 1950er-Jahren mit einem Porsche 356 in Rom oder später in aufwendig erzählten Bildsequenzen für internationale Modemagazine. Über die Jahrzehnte entwickelte sich daraus eine eigenständige visuelle Sprache, in der Mode, Körper und Maschine miteinander verschmelzen.
- Helmut Newton, BMW, Monaco 1991, BMW Z1, copyright Helmut Newton Foundation
- Helmut Newton, Isabella Rossellini, Paris 1990, copyright Helmut Newton Foundation
- Helmut Newton, Madeleine de Rauch, French Vogue, 1961, Fiat 1200, copyright Helmut Newton Foundation
Besonders auffällig ist dabei Newtons erzählerischer Ansatz. Seine Fotografien sind häufig mehr als einzelne Momentaufnahmen; sie wirken wie Ausschnitte aus größeren Geschichten. Szenen an Grenzübergängen, Inszenierungen mit ikonischen Fahrzeugen oder ungewöhnliche Perspektiven – etwa Aufnahmen aus dem Inneren eines Autos – verleihen seinen Bildern eine filmische Qualität. Auch in späteren Arbeiten, etwa in Werbekampagnen für Automobilmarken, bleibt dieser narrative Stil erhalten, während sich der Fokus stärker auf das Design der Fahrzeuge verschiebt.
Ein zentrales Werk der Ausstellung ist ein Modebild aus dem Jahr 1996, das am Comer See entstand. Es zeigt eine elegant inszenierte Szene mit einem Alfa Romeo Spider, ergänzt durch ein bewusst rätselhaftes Detail: ein Koffer voller Geldscheine im geöffneten Kofferraum. Solche Elemente sind typisch für Newtons Bildsprache, die oft mit Ambivalenzen arbeitet und Interpretationsräume offenlässt.
Die Präsentation ist eingebettet in das FuoriConcorso-Festival, das sich der Verbindung von Automobilkultur, Design und Lifestyle widmet. In diesem Kontext fügt sich die Ausstellung nahtlos ein und erweitert den Blick auf das Auto als kulturelles und ästhetisches Objekt. Gleichzeitig verweist sie auf die enge Verbindung zwischen Newtons fotografischem Werk und der Welt der Mode, in der das Automobil über Jahrzehnte hinweg eine wiederkehrende Rolle spielte.
Mit „Helmut Newton. Cars“ entsteht so eine konzentrierte, thematische Ausstellung, die einen neuen Zugang zu einem bekannten Œuvre eröffnet und zeigt, wie konsequent Newton visuelle Motive über Jahrzehnte hinweg weiterentwickelt hat.
Foto oben: Helmut Newton, Nicholas Cage, Hollywood 1998, Lamborghini Miura, copyright Helmut Newton Foundation

















