CEWE trennt sich vom Geschäftsbereich Kommerzieller Online-Druck und konzentriert sich künftig vollständig auf das Imaging- und Fotofinishing-Geschäft.

Thomas Mehls, Vorstandsvorsitzender der CEWE Stiftung & Co. KGaA
Der Verkauf von SAXOPRINT, viaprinto und LASERLINE an den Web-to-Print-Marktführer Cimpress markiert einen bemerkenswert klaren Schritt. Während viele Unternehmen ihre Geschäftsfelder möglichst breit diversifizieren, entscheidet sich CEWE bewusst für eine stärkere Spezialisierung – und setzt damit ein deutliches Signal zugunsten des Fotomarktes.
Für Fotografierende ist diese Entscheidung relevant, weil sie zeigt, wo CEWE künftig investieren will: in Technologien, Produktionsqualität, Markenentwicklung und Dienstleistungen rund um das Bild. Das Unternehmen spricht ausdrücklich davon, Managementkapazitäten und Kapital künftig auf das Wachstum des Fotofinishing-Geschäfts zu bündeln – organisch ebenso wie durch mögliche Akquisitionen.
Das ist insofern bemerkenswert, als der klassische Druckmarkt seit Jahren unter erheblichem Preis- und Margendruck steht. CEWE zieht daraus nun die Konsequenz und verabschiedet sich von einem Bereich, der zwar Umsatz generierte, aber strategisch nicht mehr dieselbe Relevanz besaß wie das europäische Imaging-Geschäft. Dass CEWE hier ausdrücklich weitere Akquisitionen in Aussicht stellt, dürfte auch im Markt aufmerksam registriert werden.
Diesen Schritt vollzieht CEWE aus einer Position der Stärke, wie die aktuellen Zahlen zeigen: Das Unternehmen steigerte den Gruppenumsatz im ersten Quartal 2026 um 1,4 Prozent auf 175,8 Millionen Euro – ein neuer Höchstwert für ein erstes Quartal. Besonders wichtig bleibt dabei das CEWE FOTOBUCH, das mit 1,33 Millionen verkauften Exemplaren erneut zulegen konnte.
Finanziell bleibt CEWE äußerst robust: Die Eigenkapitalquote stieg auf bemerkenswerte 70,8 Prozent, die Kapitalrendite (ROCE) liegt weiterhin bei starken 17,4 Prozent. Damit verfügt das Unternehmen über erheblichen Spielraum für Investitionen und strategische Weiterentwicklungen.
Vor allem aber zeigt die Entscheidung eines: CEWE glaubt weiterhin an die wirtschaftliche Zukunft des Bildes – und daran, dass Fotografien auch im KI-Zeitalter mehr sein können als flüchtiger Content auf Displays.










