50 Jahre Leica Galerien
Personal Perspectives
Mit der Ausstellung „Personal Perspectives. 50 Fotografien für 50 Jahre Leica Galerien“ feiert die Leica Galerie Wetzlar vom 26. Juni bis 20. September 2026 nicht nur ein Jubiläum, sondern zugleich ein außergewöhnliches Kapitel internationaler Fotokultur.
Die Schau versammelt Arbeiten bedeutender Leica Fotografen aus fünf Jahrzehnten Galeriegeschichte und würdigt die Rolle der Leica Galerien als weltweites Netzwerk fotografischer Begegnungsorte.
- Thomas Hoepker, GERMANY, 1954. Hamburg, old woman in a snowstorm.
- Juergen Schadeberg, Mandela cell
- Barbie Girl, Haret Hreik Beirut 2006, Part of the series Ordinary Lives
Was heute selbstverständlich erscheint – Fotografie als etablierte Kunstform im Galerie- und Museumsbetrieb – war Mitte der 1970er Jahre keineswegs gesetzt. Als Leica 1976 am damaligen Unternehmenssitz in Wetzlar die erste Leica Galerie eröffnete, bewies das Unternehmen kulturellen Weitblick. Der kleine Ausstellungsbereich im Foyer des Verwaltungsgebäudes entwickelte sich zum Ausgangspunkt eines internationalen Netzwerks, das heute 27 Leica Galerien umfasst – von New York über Tokio bis Prag und Salzburg. Noch in diesem Jahr soll mit Shanghai ein weiterer Standort hinzukommen.
Insbesondere mit dem Engagement von Karin Rehn-Kaufmann, die 2008 die Leica Galerie Salzburg eröffnete und später Generalbevollmächtigte der Leica Galerien wurde, begann der konsequente internationale Ausbau der Galerieaktivitäten. Heute stehen die Leica Galerien längst nicht mehr nur für Markenpflege, sondern für kontinuierliche Kulturarbeit auf internationalem Niveau.
- Ragnar Axelsson, KANGERTITTIVAQ FJORD GREENLAND, HUNTER ON THE SEA ICE
- Fulvio Bugani, Folklorico
- teve McCurry, Afghan Refugee. Peshawar, Pakistan, 2002.
Die Jubiläumsausstellung in Wetzlar macht diese Entwicklung eindrucksvoll sichtbar. Für „Personal Perspectives“ waren die Leica Galeristinnen und Galeristen weltweit eingeladen, persönliche Favoriten aus ihren Programmen auszuwählen. Entstanden ist eine vielschichtige Ausstellung, die fotografische Klassiker ebenso präsentiert wie jüngere Positionen.
Zu sehen sind Arbeiten von Werner Bischof, Elliott Erwitt, Gianni Berengo Gardin, Thomas Hoepker, Bruce Gilden, Barbara Klemm, Ralph Gibson oder Joel Meyerowitz. Bildjournalismus trifft auf freie künstlerische Arbeiten, Reportage auf Porträt und Street Photography – jenes Genre, das wie kaum ein anderes mit der Leica Fotografie verbunden ist.
Gleichzeitig öffnet die Ausstellung bewusst den Blick für jüngere Positionen. Arbeiten von Franziska Stünkel, Lys Arango oder M’hammed Kilito treten in einen spannenden Dialog mit den fotografischen Ikonen der Vergangenheit. Dadurch entsteht keine nostalgische Rückschau, sondern eine lebendige Reflexion darüber, wie sich fotografische Wahrnehmung über Generationen hinweg verändert.
Die Ausstellung verweist dabei auch auf die besondere Rolle der Leica Galerien innerhalb der internationalen Fotoszene. Mit rund 150 Ausstellungen pro Jahr bewegen sich die Häuser seit Jahrzehnten zwischen kulturellem Anspruch, fotografischer Bildung und internationaler Sichtbarkeit. Sie verbinden historische Positionen mit zeitgenössischen Debatten und schaffen Orte, an denen Fotografie nicht nur präsentiert, sondern diskutiert wird.
Gerade in einer zunehmend digitalen und algorithmisch geprägten Bildwelt gewinnen solche physischen Räume wieder an Bedeutung. Leica setzt dabei bewusst auf die unmittelbare Erfahrung des fotografischen Bildes – auf Konzentration, Begegnung und Dialog.
„Die Leica Galerien sind weit mehr als nur Ausstellungsräume, sie sind emotionale Begegnungsorte“, betont Karin Rehn-Kaufmann. Fotografie werde hier nicht nur gezeigt, sondern erlebt.
Genau darin liegt vielleicht die eigentliche Leistung dieses Netzwerks: Die Leica Galerien haben über fünf Jahrzehnte hinweg dazu beigetragen, Fotografie als eigenständige kulturelle Sprache sichtbar zu machen – international, generationsübergreifend und jenseits kurzfristiger Bildtrends.
„Personal Perspectives“ ist deshalb weit mehr als eine Jubiläumsausstellung. Die Schau erzählt auch die Geschichte einer Institution, die die Wahrnehmung von Fotografie über Jahrzehnte hinweg aktiv mitgeprägt hat.
Foto oben: Alex Webb, Oaxaca, Mexico, 1990















