Fünf Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal kehren vier renommierte Fotojournalisten mit einer gemeinsamen Initiative an einen Ort zurück, der während der dramatischen Ereignisse des Sommers 2021 zu einem Symbol für Zusammenhalt und Hilfe wurde. Unter dem Titel „Das Tal“ präsentieren Theodor Barth, David Klammer, Frank Schultze und Gordon Welters vom 10. Juli bis 2. August 2026 eine fotografische Rückschau auf die Flut und ihre Folgen.
- Fotos: Theodor Barth
Im Mittelpunkt steht die gemeinsame Entscheidung der Fotografen, ihre Bilder fünf Jahre nach dem Ereignis erneut in die Öffentlichkeit zu bringen und damit eine Diskussion über Erinnerung, Wiederaufbau und die Rolle fotografischer Dokumentation anzustoßen. Die Arbeiten entstanden unmittelbar während und nach der Katastrophe und zählen heute zu den wichtigsten fotografischen Zeugnissen eines Ereignisses, das sich tief in das kollektive Gedächtnis Deutschlands eingeschrieben hat.
- Fotos: Gordon_Welters
Die vier Fotografen waren damals als Bildjournalisten im Ahrtal und weiteren betroffenen Regionen unterwegs. Ihre Bilder zeigen nicht nur die Zerstörungskraft der Flut, sondern vor allem die Menschen dahinter: Bewohnerinnen und Bewohner, Helferinnen und Helfer, Momente der Verzweiflung ebenso wie Augenblicke von Solidarität, Zusammenhalt und Hoffnung. Entstanden ist ein vielschichtiges Porträt einer Region, deren Identität bis heute von den Ereignissen des Sommers 2021 geprägt wird.
Bemerkenswert ist dabei die Vielfalt der fotografischen Ansätze. Während Gordon Welters mit unmittelbarer journalistischer Nähe arbeitet, verfolgen Theodor Barth und David Klammer stärker dokumentarische Perspektiven. Frank Schultze wiederum nähert sich dem Thema mit konzeptionellen Bild-im-Bild-Kompositionen, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbinden und Veränderungen sichtbar machen.
- Fotos: Frank Schultze
„Uns interessiert, was von diesem Ereignis geblieben ist – in der Landschaft, in den Orten und vor allem in den Menschen“, beschreibt Theodor Barth die Motivation hinter dem Projekt. Fünf Jahre nach der Flut geht es den Fotografen nicht um eine reine Rückschau, sondern um die Frage, wie Erinnerung entsteht und welche Rolle Bilder dabei spielen können.
- Fotos: David Klammer
Alle vier Fotografen gehören zu den profiliertesten deutschen Bildjournalisten ihrer Generation. Barth, Klammer und Welters werden von der Fotoagentur laif vertreten, Schultze ist Mitglied der Agentur Zeitenspiegel. Ihre Arbeiten erscheinen regelmäßig in internationalen Medien wie Stern, Der Spiegel, GEO oder der New York Times und wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem bei World Press Photo.
Mit „Das Tal“ setzen die Fotografen ein Zeichen gegen das Vergessen. Die Initiative versteht sich als fotografische Erinnerung an eine Katastrophe, deren Folgen bis heute sichtbar sind, und als Einladung, über Resilienz, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Bedeutung des dokumentarischen Bildes nachzudenken. Gerade in Zeiten immer schnellerer Nachrichtenzyklen zeigt das Projekt, welche langfristige Wirkung fotografische Dokumentation entfalten kann.
*Ausstellungsdauer: 10. Juli bis 2. August 2026, Ort: Pfarrkirche St. Nikolaus & St. Rochus, Mayschoß, Eröffnung: 10. Juli 2026, 18 Uhr






















