Zum 25-jährigen Jubiläum präsentiert das Wiener Fotomuseum WestLicht mit „People Power“ eine Ausstellung des international renommierten Porträtfotografen Platon. Bis 9. August 2026 versammelt die Schau ikonische Aufnahmen von Politikern, Künstlern, Aktivisten und gesellschaftlichen Akteuren, die das öffentliche Bild der vergangenen Jahrzehnte maßgeblich geprägt haben.
- Robert De Niro © Platon
- Mark Zuckerberg © Platon
- Barack Obama © Platon
Mehr als dreißig Titelbilder des TIME Magazine gehen auf sein Konto. Seine Fotografien erschienen in Publikationen wie The New Yorker und Rolling Stone und zählen heute zu den bekanntesten Porträts der Gegenwart. WestLicht widmet dem 1968 in London geborenen Fotografen nun eine umfassende Ausstellung, die sein Werk aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.
Gesichter der Macht
Zu sehen sind Porträts von Staats- und Regierungschefs wie Wladimir Putin, Donald Trump oder Muammar al-Gaddafi ebenso wie Aufnahmen von Künstlern und Popikonen wie Prince, Adele oder Harry Styles. Gerade diese Spannweite macht den besonderen Reiz der Ausstellung aus.
- Wladimir Putin © Platon
- Donald Trump © Platon
- Bill Clinton © Platon
Platon interessiert sich weniger für Statussymbole oder Inszenierungen als für die Persönlichkeit hinter dem öffentlichen Bild. Seine meist frontal und in enger Distanz aufgenommenen Porträts verdichten Macht, Zweifel, Charisma und Verletzlichkeit zu eindringlichen Bildstudien. Dabei begegnet er seinen Protagonisten unabhängig von deren gesellschaftlicher Position mit derselben fotografischen Haltung.
Menschen statt Macht
Besonders spannend wird die Ausstellung dort, wo sie über die bekannten Porträts politischer und kultureller Eliten hinausgeht. Arbeiten aus Platons Langzeitprojekt „The Defenders“ treten mit den Bildern der Mächtigen in Dialog.
- Muhammad Ali © Platon
- Ozzy Osbourne © Platon
- Prince © Platon
Ausgangspunkt war eine Zusammenarbeit mit der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Daraus entwickelte sich eine jahrelange fotografische Auseinandersetzung mit Aktivisten, Bürgerrechtlern und Menschen, die unter oftmals schwierigen Bedingungen Verantwortung für andere übernehmen. Die Serie führte Platon unter anderem nach Ägypten während des Arabischen Frühlings, zu Dissidenten in Russland sowie zu Aktivisten an der Grenze zwischen den USA und Mexiko.
Die zentrale Aussage dieser Arbeiten: Würde, Einfluss und moralische Autorität entstehen nicht zwangsläufig aus politischen Ämtern, sondern oft dort, wo Menschen persönliche Risiken eingehen, um für andere einzustehen.
Fotografie als Begegnung
Platons Arbeitsweise basiert auf Nähe und Vertrauen. Seine Porträts entstehen meist in wenigen Minuten, wirken jedoch erstaunlich intensiv. Die psychologische Dichte seiner Bilder beruht auf der Fähigkeit, innerhalb kürzester Zeit eine persönliche Beziehung zu seinen Gegenübern aufzubauen.
Berühmt wurde unter anderem sein 2008 für TIME entstandenes Porträt von Wladimir Putin, das mit einem Preis beim World Press Photo Contest ausgezeichnet wurde. Ebenso legendär ist sein fotografischer Marathon während der UNO-Generalversammlung 2009, bei dem er innerhalb weniger Tage mehr als 130 Staats- und Regierungschefs porträtierte.
Höhepunkt des Jubiläumsjahres
„People Power“ bildet den zentralen Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen von WestLicht. Begleitend finden Ende Mai eine Jubiläumsauktion, ein Galaempfang sowie ein öffentliches Gespräch mit Platon statt. Im weiteren Verlauf des Jahres folgen zudem die Ausstellungen World Press Photo 2026 sowie „Falsche Wahrheiten“, eine Schau zur Geschichte fotografischer Manipulation bis hin zu aktuellen KI-generierten Bildern.

















