Mit mehr als 35.000 Besuchern ist das 19. Umweltfotofestival »horizonte zingst« zu Ende gegangen. Vom 29. Mai bis 6. Juni stand der MENSCH im Mittelpunkt des Festivalprogramms – als Individuum, als Teil der Gesellschaft und als Gestalter seiner Umwelt. Insgesamt 19 Ausstellungen zeichneten ein vielschichtiges Bild menschlicher Lebensrealitäten und machten deutlich, wie eng Fotografie mit Fragen von Identität, Gemeinschaft und Verantwortung verbunden ist.
Zum Abschluss des Festivals gaben Kuratorin Edda Fahrenhorst und Geschäftsführer Bert Balke das Thema für das Jubiläumsjahr 2027 bekannt: ECHO. Vom 28. Mai bis 6. Juni 2027 feiert das Festival sein 20-jähriges Bestehen. Dabei soll keine klassische Rückschau entstehen, sondern eine in die Zukunft gerichtete Auseinandersetzung mit den Themen, Bildern und Impulsen der vergangenen zwei Jahrzehnte.
„Aus dem Klang der vergangenen 19 Jahre entstehen Ausstellungen, die die Zeit aufnehmen, reflektieren und daraus neue Perspektiven entwickeln“, beschreibt Edda Fahrenhorst den konzeptionellen Ansatz des Jubiläumsjahres.
Auch nach dem offiziellen Festivalende bleibt Zingst ein Ausstellungsort. Zwölf Präsentationen sind weiterhin öffentlich zugänglich. Die Strandausstellung „Toy Giants“ von Daniel und Geo Fuchs wird noch bis Ende Oktober gezeigt, zahlreiche weitere Open-Air-Ausstellungen bleiben bis Februar 2027, einige sogar bis April 2027 installiert.

Freddy Langer
Zu den Höhepunkten zählt Richard Renaldis Langzeitprojekt „Touching Strangers“ auf dem Bibliotheksplatz. Seit 2007 porträtiert der amerikanische Fotograf Menschen, die sich zuvor nie begegnet sind, in körperlicher Nähe. Die Bilder hinterfragen Vorstellungen von Distanz, Vertrauen und gesellschaftlicher Verbundenheit.
Rubén Salgado Escudero präsentiert mit „Solar Portraits“ auf dem Postplatz eindrucksvolle Arbeiten über den Einfluss von Energieversorgung auf den Alltag von Menschen weltweit. Seine ausschließlich mit Solarlicht entstandenen Fotografien verbinden technologische, soziale und humanitäre Aspekte zu einer visuellen Bestandsaufnahme globaler Lebenswirklichkeiten.
In der Jordanstraße eröffnet Robbie Shone mit „Höhlenwelten“ den Blick in Regionen der Erde, die nur wenige Menschen jemals betreten. Seine Fotografien aus Höhlensystemen, Gletscherspalten und unterirdischen Flusslandschaften machen die Dimensionen des Planeten sichtbar und zeigen den Menschen als kleinen, aber neugierigen Teil einer weit größeren Welt.
Auch das Rahmenprogramm stieß auf große Resonanz. Die kostenfreien »horizonte«-Talks, Multivisionsshows, Führungen und Seminare waren durchweg gut besucht. Der Fotomarkt verzeichnete hohe Besucherzahlen und positive Rückmeldungen der Aussteller. Besonders gefragt waren erneut die Angebote der Zingster Fotoschule: Rund 1.600 Teilnehmer besuchten die insgesamt 120 Workshops.
Für das Jubiläumsjahr plant das Festival eine weitere inhaltliche Öffnung. Neben klassischer Fotografie sollen die Themen Video und Content Creation künftig stärker in das Programm integriert werden. Auch das Vortrags- und Diskussionsangebot wird weiter ausgebaut.
Mit dem Übergang von MENSCH zu ECHO schlägt das Umweltfotofestival damit die Brücke zwischen Rückblick und Aufbruch – und bereitet sich auf ein Jubiläum vor, das weniger feiern als vielmehr reflektieren und neue Impulse setzen will.
Fotos: Jens Pepper












