Hasselblad hat die Gewinner des Hasselblad Masters 2026 Wettbewerbs bekannt gegeben. Aus 70 Finalisten wählte die internationale Grand Jury sieben Fotografen aus, die künftig den Titel „Hasselblad Master“ tragen. Der Wettbewerb zählt zu den renommierten Auszeichnungen der professionellen Fotografie und würdigt technische Meisterschaft ebenso wie konzeptionelle Eigenständigkeit und persönliche Bildsprache.
Die Hasselblad Masters 2026 verzeichneten mehr als 108.000 Bildeinreichungen aus 160 Ländern und Regionen. Ausgezeichnet wurden Arbeiten in den Kategorien Landscape, Architecture, Portrait, Art, Street, Wildlife und Project//21. Neben der Bewertung durch die Grand Jury floss auch ein öffentliches Voting in den Auswahlprozess ein.
Kalle Sanner, Executive Director der Hasselblad Foundation und Vorsitzender der Grand Jury, betonte die besondere Qualität der diesjährigen Einreichungen. Die stärksten Arbeiten hätten nicht nur dokumentiert, sondern eigene visuelle Wirklichkeiten konstruiert. Fotografie, so die Einschätzung der Jury, zeige ihre Kraft nicht allein in dem, was sie sichtbar macht, sondern auch in dem, was sie zurückhält, neu rahmt und beharrlich andeutet.
- Yudha Kusuma, Putera
- Yudha Kusuma, Putera II
In der Kategorie Art wurde Yudha Kusuma Putera aus Indonesien für „Waste Colonialism (Sapi-Sapi Piyungan)“ ausgezeichnet (Foto oben: Yudha Kusuma, Putera III.). Seine Arbeit beschäftigt sich mit globalen und lokalen Kreisläufen von Abfall, Auslagerung und Verantwortung. Am Rand der indonesischen Stadt Yogyakarta fotografierte er Kühe auf der Mülldeponie Piyungan, deren Körperformen sich mit den Landschaften aus Abfall verbinden. Die Serie fragt nicht nach einfachen Schuldzuweisungen, sondern nach den Folgen jener Systeme, die Müll auslagern und damit zugleich Zukunftsräume formen.
- Kevin Boyle
- Kevin Boyle.jpg III
- Kevin Boyle II
Den Preis in der Kategorie Architecture erhält der Kanadier Kevin Boyle für „DaySleeper | Movieland“. Seine fotografischen Montagen zeigen verlassene Versammlungsorte nordamerikanischer Gemeinden, darunter ehemalige Kinos und lokale Treffpunkte. Boyle arbeitet mit Taschenlampen und setzt zahlreiche Einzelbelichtungen in der Nachbearbeitung zu atmosphärischen Bildräumen zusammen. So entstehen leuchtende Porträts einer Architektur, die einst soziale Nähe und kollektive Erfahrung verkörperte.
- Svetlana Jovanovic
- Svetlana Jovanovic
- Svetlana Jovanovic
In der Kategorie Portrait wurde Svetlana Jovanovic aus den Niederlanden für „Otherness“ ausgezeichnet. Ihr Langzeitprojekt widmet sich eineiigen Zwillingen und untersucht die Spannung zwischen geteilter Identität und individueller Präsenz. Jovanovic verbindet psychologische Beobachtung mit einer präzisen, auf Schönheit und formale Strenge angelegten Porträtfotografie. Im Mittelpunkt stehen die feinen Unterschiede, durch die sich Persönlichkeit innerhalb äußerlicher Ähnlichkeit zeigt.
- Rohan Reilly
- Rohan Reilly
- Rohan Reilly
Der irische Fotograf Rohan Reilly gewann die Kategorie Landscape mit „Ephemeral Visions“. Seine reduziert komponierten Langzeitbelichtungen zeigen eine Reihe von Pappeln am Ufer des Po in Italien, die in stillem Wasser stehen. Reillys Bilder lösen Landschaft aus ihrer dokumentarischen Eindeutigkeit und verwandeln sie in meditative Räume aus Textur, Tonwert und Stille. Die Serie lebt von Geduld, Wiederholung und der präzisen Beobachtung jener Licht- und Wetterverhältnisse, die sich nicht erzwingen lassen.
- Paribatra Na Ayudhya
- Paribatra Na Ayudhya
- Paribatra Na Ayudhya
In der Nachwuchskategorie Project//21 wurde Panitbhand Paribatra Na Ayudhya aus Thailand für „Dwellers of the Night“ ausgezeichnet. Seine Unterwasserbilder entstanden in Anilao auf den Philippinen und zeigen pelagische und larvale Meereslebewesen, die nachts aus der Tiefe aufsteigen. Mit langen Belichtungszeiten und farbig gesetztem Licht macht er eine fragile, kaum sichtbare Welt erfahrbar. Die Bilder verbinden wissenschaftliche Neugier, ästhetische Reduktion und den Wunsch, auf die Verletzlichkeit mariner Ökosysteme aufmerksam zu machen.
- Gosse Bouma
- Gosse Bouma
- Gosse Bouma
Der Niederländer Gosse Bouma erhielt den Hasselblad Masters Award in der Kategorie Street für „Morning Ritual“. Seine Serie richtet den Blick auf Straßenmärkte in den Niederlanden und die flüchtigen Begegnungen, die dort entstehen. Bouma arbeitet mit urbaner Geometrie, künstlichem Licht, Wetter und Atmosphäre. Kleine Kioske, Menschen und weite städtische Räume verbinden sich zu Bildern, die Ruhe, Gemeinschaft und Alltagsrituale im urbanen Raum sichtbar machen.
- Alfred Minnaar
- Alfred Minnaar
- Alfred Minnaar
In der Kategorie Wildlife wurde Alfred Minnaar aus Südafrika für „The Forest I Roam“ ausgezeichnet. Seine Fotografien eines kleinen Grundelfisches inmitten von Korallen stellen das Verhältnis von Mikro- und Makrowelt neu dar. Nicht allein das Tier, sondern sein Lebensraum wird zum eigentlichen Motiv. Die Bilder nutzen Maßstab, Farbe und Komposition, um die Komplexität eines Riffs aus der Perspektive eines seiner kleinsten Bewohner erfahrbar zu machen.
Die sieben Gewinner erhalten jeweils eine Hasselblad 100-Megapixel-Mittelformatkamera, zwei XCD-Objektive sowie einen erweiterten Creative Fund in Höhe von 5.000 Euro. Zudem werden sie an einem gemeinsamen Projekt mit Hasselblad teilnehmen. Ihre Arbeiten erscheinen im Hasselblad Masters Buch und werden über die internationalen Kanäle des Unternehmens vorgestellt.
Zur Grand Jury der Hasselblad Masters 2026 gehörten Kalle Sanner von der Hasselblad Foundation, Alex Pollack von National Geographic, Aya Musa von Foam, Paul Lachenauer vom Metropolitan Museum of Art, Rebecca Swift von Getty Images, RongRong vom Three Shadows Photography Art Centre, Sonia Jeunet von Magnum Photos sowie Zack Hatfield vom Aperture Magazine.
Mit den Hasselblad Masters 2026 zeichnet Hasselblad erneut fotografische Positionen aus, die weit über technische Perfektion hinausgehen. Die prämierten Serien zeigen Fotografie als Medium der Beobachtung, Verdichtung und Deutung – zwischen gesellschaftlicher Analyse, persönlicher Erinnerung, ökologischer Sensibilität und visueller Form.



































