Sigma ist im Sommer 2026 gleich mit mehreren Projekten im internationalen Fotografie-Kontext präsent. Während das Unternehmen bei den Rencontres d’Arles die Arbeiten des französischen Fotografen Thomas Savary zeigt und die Sigma Foundation ihre neue Publikation über Trevor Key vorstellt, leistet Sigma in Tokio technische Unterstützung für Hiroshi Sugimotos Werk „CAMERA MAN“.
Bereits zum sechsten Mal in Folge ist Sigma während der Rencontres d’Arles vertreten. Vom 6. bis 12. Juli 2026 präsentiert Sigma in Arles eine dokumentarische Fotoserie von Thomas Savary, die sich der traditionsreichen Transhumanz der Salers-Rinder in der Region Cantal widmet. Die Ausstellung ist in der 21 Rue du Pont zu sehen, die Vernissage findet am Mittwoch, 8. Juli, ab 18 Uhr in Anwesenheit des Fotografen und des Sigma-Teams statt.
Savary richtet den Blick auf ein lebendiges Kulturerbe: Jedes Jahr im Mai wird das Dorf Allanche zum Schauplatz des Almauftriebs der Salers-Rinder auf die Hochweiden. Rund 40.000 Besucher begleiten das Ereignis, das Tradition, Landwirtschaft, regionale Identität und gemeinschaftliche Rituale miteinander verbindet. Im Zentrum der Serie stehen weniger spektakuläre Gesten als vielmehr jene stillen Momente, in denen sich die Weitergabe von Wissen und Verantwortung zeigt: Hände, Gesichter, Tiere, Landschaften und die besondere Beziehung zwischen Mensch und Herde.
Fotografiert wurde die Serie mit der Sigma fp. Deren kompaktes und unauffälliges Design ermöglichte Savary nach Angaben von Sigma, sich frei zwischen Züchtern und Herden zu bewegen und die Abläufe zu dokumentieren, ohne sie sichtbar zu beeinflussen. Die Arbeiten bewegen sich zwischen Dokumentar- und Fine-Art-Fotografie und setzen auf eine atmosphärische Bildsprache, in der sich die warmen Farbtöne der Tiere und das Licht der Hochplateaus des Cantal verbinden.

Parallel zur Ausstellung in Arles rückt Sigma das Fotobuch als künstlerisches Medium in den Vordergrund. Die Sigma Foundation, 2025 von Sigma-Präsident Kazuto Yamaki gegründet, veröffentlicht mit „Trevor Key“ ihre dritte Publikation. Nach Büchern von Sølve Sundsbø und Julia Hetta widmet sich die neue Monografie erstmals umfassend der Arbeitsweise und dem visionären Blick des britischen Fotografen Trevor Key, dessen kollaborative und experimentelle Arbeit sich über mehr als zwei Jahrzehnte von 1972 bis 1995 erstreckte.
„Trevor Key“ erscheint in einer Auflage von 1.500 Exemplaren. Die Publikation umfasst 244 Seiten, enthält Fotografien von Trevor Key, einen Essay von Charlotte Cotton sowie ein Interview mit Peter Saville und Charlotte Cotton. Redaktion und Bildauswahl verantwortete Björn Kusoffsky, das Design stammt vom Stockholm Design Lab, gedruckt wurde bei Hakko Bijutsu.
Im Zentrum des Buches steht insbesondere die Zusammenarbeit von Trevor Key und Peter Saville. Key arbeitete im Laufe seiner Karriere mit konzeptionell geprägten Art Directors wie Jamie Reid, David James und Peter Saville zusammen. Die Kooperation mit Saville ging über klassische Auftragsarbeiten hinaus und entwickelte sich zu einem experimentellen Prozess, der Bildgestaltung, Musik, Design und fotografische Technik miteinander verband. Mitte der 1980er Jahre stellte Key die Konventionen der analogen Dunkelkammer auf den Kopf und schuf abstrakte, farbintensive Bilder, die heute als proto-digitale, handwerklich erzeugte Bildwelten gelesen werden können.
Anlässlich der Veröffentlichung veranstaltet die Sigma Foundation am Dienstag, 7. Juli 2026, während der Rencontres d’Arles einen Trevor-Key-Talk in der Fisheye Gallery, 19 Rue Jouvène. Peter Saville, Björn Kusoffsky und Kazuto Yamaki sprechen dort über Keys Werk, seine Arbeitsmethoden und seinen bleibenden Einfluss auf die visuelle Kultur. Die Veranstaltung beginnt um 16 Uhr, der Talk startet um 16:30 Uhr, anschließend sind ab 18 Uhr Erfrischungen vorgesehen. Der Eintritt ist frei, die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt. Das Buch wird in limitierter Auflage vor Ort erhältlich sein.
Mit diesen Aktivitäten setzt Sigma seine Positionierung über klassische Produktkommunikation hinaus fort. Die Sigma Foundation versteht sich als Plattform zur Förderung zeitgenössischer Fotografie und zur Sichtbarmachung fotografischer Kultur. Dass dabei nicht allein aktuelle Produktionen, sondern auch fotografische Archive, kollaborative Arbeitsweisen und Gestaltungsprozesse im Mittelpunkt stehen, zeigt die strategische Breite des Engagements.
Diese Verbindung aus Technik, Handwerk und künstlerischem Denken zeigt sich auch in Tokio. Dort leistet Sigma gemeinsam mit JINS technische Unterstützung für Hiroshi Sugimotos Werk „CAMERA MAN“, das im Rahmen der Ausstellung „HIROSHI SUGIMOTO: EXTINCTION“ im National Museum of Modern Art, Tokyo, zu sehen ist. Die Ausstellung läuft vom 16. Juni bis 13. September 2026 und zeigt rund 60 Silberhalogenid-Fotografien des Künstlers, von frühen Arbeiten der späten 1970er Jahre bis in die Gegenwart.
„CAMERA MAN“ basiert auf Sugimotos Idee, dass eine Kamera die Struktur des menschlichen Auges widerspiegelt. Objektiv, Blende und Film entsprechen in dieser Analogie Linse, Pupille und Netzhaut. Was dem Auge fehlt, ist der Verschluss. Sugimoto entwickelte deshalb die Vorstellung einer brillenförmigen Kamera, die dem menschlichen Auge gewissermaßen einen Verschluss hinzufügt. Nach drei Minuten vollständiger Dunkelheit wird für eine Sekunde der Blick auf die Außenwelt freigegeben und symbolisch auf der Netzhaut, dem „Film der Erinnerung“, gespeichert.
Für die Realisierung dieses Werks verbanden sich die Design- und Entwicklungskompetenz des Brillenherstellers JINS mit Sigmas Fertigungs- und Verarbeitungstechnologien für optische Produkte. Entstanden ist eine „menschliche Kamera“, die die Grenzen zwischen Sehapparat, fotografischem Gerät und konzeptuellem Kunstobjekt verschiebt. Sugimoto setzt dabei die eine Sekunde Belichtungszeit metaphorisch mit der Lebensspanne eines Menschen gleich; die drei Minuten Dunkelheit verweisen auf einen Zeitraum von etwa 15.000 Jahren und damit auf die Entwicklung menschlichen Bewusstseins und Zivilisation.
Die drei Projekte machen deutlich, wie Sigma sein Markenverständnis zunehmend im erweiterten Feld der Fotografie verankert. Die Ausstellung von Thomas Savary in Arles steht für dokumentarische Beobachtung und regionale Kultur. Die Sigma-Foundation-Publikation „Trevor Key“ widmet sich fotografischem Erbe, Buchkultur und experimenteller Bildgestaltung. Die technische Unterstützung für Sugimotos „CAMERA MAN“ führt optische Präzision, Handwerk und Konzeptkunst zusammen.
So entsteht ein ungewöhnlich breites Bild eines Herstellers, der Fotografie nicht nur als Kameratechnik versteht, sondern als kulturelles System: als Bild, als Buch, als Objekt, als Erinnerung und als künstlerische Erfahrung.
Sigma / Thomas Savary
6.–12. Juli 2026
21 Rue du Pont, Arles
Vernissage: Mittwoch, 8. Juli 2026, ab 18 Uhr
Trevor Key Talk
Dienstag, 7. Juli 2026
Fisheye Gallery
19 Rue Jouvène, 13200 Arles
Doors open: 16 Uhr
Talk: 16:30 Uhr
Eintritt frei
HIROSHI SUGIMOTO: EXTINCTION
16. Juni bis 13. September 2026
The National Museum of Modern Art, Tokyo
Special Exhibition Gallery, 1. Obergeschoss
www.sigma-global.com
www.sigma-foto.de















