Am 24. Oktober 2026 lädt die Leica Welt in Wetzlar zu einem ganztägigen Workshop zur Kollodium-Nassplattenfotografie ein. Unter Anleitung des Fotografen Luis Seybold entsteht dabei ein eigenes Positiv im Format 4 × 5 Inch – von der Beschichtung der Platte bis zur Entwicklung und Fixierung.
Die Kollodium-Nassplattenfotografie gehört zu den charakteristischen fotografischen Verfahren des 19. Jahrhunderts. Anders als bei reproduzierbaren digitalen oder analogen Negativprozessen entsteht dabei ein direktes Einzelstück, dessen Ästhetik stark vom handwerklichen Ablauf und den verwendeten Materialien geprägt ist.
Genau diesen Prozess stellt der Workshop in der Leica Welt in den Mittelpunkt. Die Teilnehmer beschichten zunächst eine Aluminiumplatte, belichten sie anschließend und entwickeln und fixieren das entstandene Positiv selbst. So entsteht ein Unikat, bei dem technische Präzision und individuelle Bildwirkung unmittelbar zusammenkommen.
Vom Chemieprozess zum Bild

Luis Seybold, © Luis Seybold
Luis Seybold begleitet den kompletten Arbeitsablauf und vermittelt die einzelnen Schritte des historischen Verfahrens. Fotografische Vorkenntnisse sind nach Angaben von Leica nicht erforderlich.
Neben der Bildgestaltung spielt auch der handwerkliche Umgang mit Material und Chemie eine zentrale Rolle. Alle benötigten Materialien sowie Schutzkleidung werden gestellt. Ebenso gehört eine Einweisung in den sicheren Umgang mit den verwendeten Chemikalien zum Workshop.
Der Ansatz richtet sich damit nicht nur an Fotografen, die historische Prozesse kennenlernen möchten. Interessant dürfte der Kurs ebenso für Anwender sein, die sich bewusst mit der physischen Entstehung eines Bildes auseinandersetzen wollen – als Gegenpol zu zunehmend automatisierten digitalen Workflows.
Entschleunigte Fotografie
Gerade die Nassplattenfotografie zwingt zu einer anderen Arbeitsweise als moderne Kamerasysteme. Vorbereitung, Aufnahme und Entwicklung gehören unmittelbar zusammen. Das Bild entsteht nicht erst später am Rechner, sondern im gesamten Prozess.
Diese Entschleunigung ist Teil des Konzepts. Leica beschreibt den Workshop als Raum für konzentriertes Arbeiten und kreatives Experimentieren. Dass jede Platte ein Einzelstück bleibt, unterstreicht zugleich den Objektcharakter der Fotografie.
Der Workshop findet am Samstag, 24. Oktober 2026, von 10 bis 18 Uhr im Leica Fotostudio in Wetzlar statt. Die Teilnahme kostet 549 Euro. Enthalten sind sämtliche Materialien, Schutzkleidung, ein kleines Mittagessen sowie Kaffee, Wasser und Snacks. Für die Durchführung sind mindestens fünf Teilnehmer erforderlich.
Eine verbindliche Anmeldung ist unter Angabe der vollständigen Rechnungsanschrift per E-Mail an visitleitzpark@leica-camera.com möglich.















