Hollywoodstar Jeff Bridges ist nicht nur ein leidenschaftlicher Fotograf, sondern auch treibende Kraft hinter der Wiederbelebung einer legendären analogen Panoramakamera. Die ARD-Dokumentation „Jeff Bridges’ analoges Abenteuer“ erzählt die ungewöhnliche Geschichte einer Zusammenarbeit zwischen Hollywood und zwei Analogfotografie-Enthusiasten aus Hessen. Am 3. November um 22 Uhr ist der Film im hr-Fernsehen zu sehen.
Seit den späten 1970er-Jahren nutzt Jeff Bridges die japanische Panoramakamera Widelux, um das Geschehen hinter den Kulissen seiner Filmproduktionen festzuhalten. Seine ungewöhnlich breiten Schwarzweißaufnahmen dokumentieren Dreharbeiten, Kollegen und persönliche Begegnungen. Mehrere Bildbände zeugen davon, dass die Fotografie für den Oscarpreisträger weit mehr als ein gelegentliches Hobby ist.
Die Widelux unterscheidet sich grundlegend von herkömmlichen Kleinbildkameras: Ihr Objektiv schwenkt während der Belichtung über das Motiv und erzeugt so eine Panoramaaufnahme auf analogem Film. Die besondere Aufnahmetechnik ermöglicht eine Bildwirkung, die mit gewöhnlichen Weitwinkelobjektiven kaum vergleichbar ist.
Doch die Produktion der ursprünglich 1958 vorgestellten Kamera wurde vor Jahrzehnten eingestellt. Ersatzteile sind entsprechend schwer zu beschaffen. Als Bridges‘ eigene Widelux zunehmend technische Probleme bereitete, entstand die Idee, die Kamera vollständig neu zu entwickeln.
Von Bad Nauheim nach Hollywood
Unterstützung fand Bridges bei Charys Schuler und Marwan El Mozayen, zwei engagierten Analogfotografie-Enthusiasten aus Bad Nauheim. Gemeinsam mit Bridges und dessen Frau Susan machten sie sich daran, die technischen Voraussetzungen für eine Neuauflage zu schaffen.
Was zunächst wie ein kaum realisierbares Liebhaberprojekt erschien, entwickelte sich zu einer mehrjährigen Unternehmung. Denn die ursprünglichen Konstruktionsunterlagen waren nicht mehr verfügbar. Die komplexe Mechanik musste weitgehend neu erschlossen und für eine zeitgemäße Fertigung aufbereitet werden.
Der Dokumentarfilmer Ingo Schmoll begleitete das Projekt über mehrere Jahre. Sein Film führt von Hessen über Wetzlar bis nach Kalifornien und zeigt, wie aus einer gemeinsamen Begeisterung für analoge Fotografie eine internationale Zusammenarbeit entstand. Auch der Kameramann Marcell Rév und der Fotograf Ray Barbee kommen darin vor.
Eine neue Kamera gegen die Wegwerfmentalität
Das Ergebnis trägt den Namen WideluxX. Die Neuauflage setzt weiterhin auf analogen Film und die charakteristische Schwenkobjektivtechnik. Gefertigt wird sie in kleinen Stückzahlen mit erheblichem handwerklichem Aufwand.
Dass eine solche Kamera im Zeitalter digitaler Hochleistungssysteme und KI-gestützter Bildproduktion wieder auf Interesse stößt, ist bemerkenswert. Mit einem Preis von mehr als 5.000 Euro richtet sich die WideluxX zwar an eine kleine Zielgruppe, doch die Nachfrage zeigt, dass traditionelle Kameratechnik keineswegs nur musealen Wert besitzt.
Die Dokumentation behandelt deshalb nicht allein die technische Wiedergeburt eines Fotoapparats. Sie erzählt ebenso von der Faszination mechanischer Präzision, vom bewussten Umgang mit fotografischen Bildern und von einer Freundschaft, die über Kontinente hinweg entstanden ist.
Sendetermine und Streaming
Dienstag, 3. November 2026, 22:00 Uhr, hr-Fernsehen
Bereits seit 24. Oktober 2026 in der ARD-Mediathek verfügbar
55 Minuten, Regie: Ingo Schmoll, Produktion: HR/WDR 2026
Direkt zur Dokumentation: ardmediathek.de/
Trailer: ardmediathek.de
















