Der 21. Jahrgang der Ostkreuzschule für Fotografie präsentiert vom 26. September bis 11. Oktober 2026 seine Abschlussausstellung im Berliner Funkhaus Nalepastraße. Zu sehen sind 23 Arbeiten, die zum Ende des dreieinhalbjährigen Fotografiestudiums entstanden sind.
Die Ausstellung versammelt sehr unterschiedliche fotografische Ansätze. Das Spektrum reicht von dokumentarischen Langzeitprojekten und persönlichen Essays bis zu konzeptionellen, inszenierten und experimentellen Arbeiten. Gemeinsam ist ihnen der Blick auf eine Gegenwart, die von politischen, ökologischen, technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen geprägt ist.
- Yuma Greco, Ventil
- Leah Haug, Zusammengesteckte Frauenkoepfe, 2025
- Heike Zappe, Bruch
Dabei führt die fotografische Reise weit über Berlin hinaus. Projekte beschäftigen sich mit dem Iran, der Ukraine, Ägypten, Norwegen, Spanien und Polen, mit der Oderregion, ehemaligen DDR-Planstädten, Schweizer Fußballstadien, Familienhäusern, Wäldern und Industrielandschaften. Inhaltlich geht es unter anderem um Krieg und Vertreibung, Familie und Erinnerung, queere Lebensrealitäten, die Folgen der deutschen Wiedervereinigung sowie um Gemeinschaften und Landschaften im Wandel.
Zwischen persönlicher Erfahrung und gesellschaftlicher Realität
Die Abschlussarbeiten machen deutlich, wie breit Fotografie heute als künstlerisches und dokumentarisches Medium verstanden wird. Persönliche Erfahrungen treffen auf politische Geschichte, beobachtende Arbeiten auf stark konstruierte Bildwelten.
Schon die in der Pressemappe gezeigte Auswahl vermittelt diese Vielfalt. Alexander Kluge arbeitet in „50 / 50“ mit einer Bildwelt aus dem Iran, während Antonia Leicht in „Stadt am Werk“ urbane Transformation untersucht. Bennet Böckstiegel zeigt mit „Promise That“ eine körperlich und emotional aufgeladene Arbeit, Camille Cellier verfolgt mit „There Will Come Soft Rains“ einen stärker atmosphärischen Ansatz, und Elena Sohmen setzt mit „A Camera Is A Gun“ auf eine bewusst inszenierte Bildsprache.
Andere Projekte kreisen um Erinnerung, Heimat, Identität und gesellschaftliche Brüche. In den gezeigten Arbeiten von Heike Zappe, Henryk Boeck, Jan Bruhin, Joëlle Quintin oder Katrine Larsen Mosbæk wechseln intime, beinahe stille Bilder mit deutlich dokumentarisch geprägten Positionen.
Auch die weitere Auswahl unterstreicht den offenen Charakter des Jahrgangs. Arbeiten wie „Lenz“ von Marie Buchholz, „Atem“ von Michael Zeeh, „Sybir“ von Nicole Wozniak oder „Ventil“ von Yuma Greco bewegen sich zwischen persönlicher Beobachtung, Körper, Erinnerung und visueller Metapher.
Drei Abschlussklassen
Betreut wurden die Abschlussklassen von Sibylle Fendt, Göran Gnaudschun und Ina Schoenenburg. Insgesamt präsentieren 23 Absolventen ihre Arbeiten. Die Ausstellung versteht sich damit nicht als einheitliches Statement, sondern als Momentaufnahme einer Generation junger Fotografen, die mit sehr unterschiedlichen Mitteln auf gesellschaftliche und persönliche Themen reagiert.
Eröffnet wird die Ausstellung am Samstag, 26. September 2026, mit einem Soft Opening von 12 bis 23 Uhr und anschließender Party. Zu sehen sind die Arbeiten bis zum 11. Oktober im Funkhaus Berlin an der Nalepastraße. Weitere Informationen zum Rahmenprogramm sollen noch folgen.
Die Ausstellung ist montags bis freitags von 15 bis 20 Uhr sowie samstags und sonntags von 12 bis 20 Uhr geöffnet.
Foto oben: Joëlle Quintin, Wir alle waren da (und niemand hat’s gesehen)





















