Die Bildersturm Produktion bringt mit dem Dokumentarfilm Anja Niedringhaus – Die Fotografin und der Krieg heute Abend ein eindrucksvolles Porträt einer Fotografin auf den Bildschirm, deren Bilder über Jahrzehnte hinweg das visuelle Gedächtnis internationaler Berichterstattung geprägt haben.
Der Film von Sonya Winterberg wird am Montag, 12. Januar 2026, um 23:05 Uhr in der ARD ausgestrahlt und ist aktuell in der ARD Mediathek verfügbar.
Im Mittelpunkt des Films steht das Leben und Wirken von Anja Niedringhaus, die 2014 in Afghanistan ermordet wurde. Über ein Vierteljahrhundert hinweg dokumentierte sie Kriege, Krisen und Konflikte auf der ganzen Welt und prägte mit ihren Fotografien die Titelseiten der internationalen Presse.
Als langjährige Fotografin der Associated Press gehörte Niedringhaus zu den wenigen Frauen, die sich dauerhaft in einem bis heute stark männlich dominierten Berufsfeld durchsetzten. Den Begriff „Kriegsfotografin“ lehnte sie jedoch ab. Stattdessen verstand sie ihre Arbeit als Suche nach Menschlichkeit – selbst dort, wo Gewalt, Zerstörung und Tod den Alltag bestimmten.
Der Film zeichnet nicht nur die berufliche Laufbahn nach, sondern beleuchtet auch die persönliche Haltung der Fotografin. Niedringhaus begab sich für ihre Bilder täglich in Lebensgefahr, ohne dabei den Respekt vor den Menschen vor ihrer Kamera zu verlieren. Ihre Fotografien zeigen Soldaten ebenso wie Zivilisten, Momente der Angst, aber auch Augenblicke der Nähe, des Lächelns und der Hoffnung.
Für ihre Arbeit wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Pulitzer Prize, der als höchste journalistische Ehrung gilt.
Ein zentraler Aspekt des Films ist die Auseinandersetzung mit den Umständen ihrer Ermordung im Jahr 2014. Während die Tat damals schnell als spontane Handlung eines islamistischen Einzeltäters eingeordnet wurde, hinterfragt der Film diese Darstellung. Er beleuchtet politische Hintergründe und Zusammenhänge, die in der öffentlichen Wahrnehmung bislang kaum Beachtung fanden.
„Anja Niedringhaus – Die Fotografin und der Krieg“ versteht sich nicht nur als biografischer Rückblick, sondern als politischer und humanistischer Appell. Das Werk der Fotografin wirkt über ihren Tod hinaus und gewinnt angesichts aktueller globaler Konflikte neue Dringlichkeit. Ihre Bilder erinnern daran, dass selbst im Krieg das Menschliche sichtbar bleibt – wenn jemand bereit ist, genau hinzusehen.











