Die Shortlist des Leica Oskar Barnack Award 2026 steht fest. Zwölf Finalisten wurden von der internationalen Jury für die diesjährige Ausgabe des renommierten Fotopreises ausgewählt. Die Gewinner des Hauptpreises und des Newcomer Award werden am 8. Oktober 2026 im Rahmen der Celebration of Photography in der Leica Welt in Wetzlar bekannt gegeben.
Der Leica Oskar Barnack Award wird 2026 zum 46. Mal vergeben. Seit 1980 zeichnet Leica fotografische Serien aus, die sich in besonderer Weise mit dem Verhältnis von Mensch und Umwelt auseinandersetzen. Grundlage für die Auswahl waren Vorschläge von mehr als 130 Fotografieexperten aus 48 Ländern. Der Newcomer Award wird in Kooperation mit 28 internationalen Institutionen und Hochschulen aus 18 Ländern vergeben.
Die LOBA-Jury 2026 besteht aus Jane’a Johnson, kuratorische Assistentin am Museum of Modern Art, New York, Celina Lunsford, Künstlerische Leiterin und Kuratorin des Fotografie Forum Frankfurt, dem Fotografen Paolo Pellegrin, Gu Zheng, Professor an der Fudan University School of Journalism in Shanghai, sowie Karin Rehn-Kaufmann, Art Director und Generalbevollmächtigte der Leica Galerien International.
- Saher Alghorra, Witnessing Gaza
- Antony Buzkashi, Riders battle, Tajikistan
- Anush Babajanyan, The Aral Sea and the Battered Waters of Central Asia
Die Shortlist zeigt erneut die thematische Spannweite des LOBA. Saher Alghorra dokumentiert in „Witnessing Gaza“ den Krieg in Gaza zwischen Gewalt, Verlust, Mangel und den oft übersehenen Momenten zwischenmenschlicher Nähe. Todd Antony richtet in „Buzkashi“ den Blick auf die archaische Reittradition in Tadschikistan. Anush Babajanyan untersucht in „The Aral Sea and the Battered Waters of Central Asia“ die Folgen einer der größten Umweltkatastrophen der Gegenwart und die Anpassungsstrategien der Menschen in Usbekistan und Kasachstan.
- Damir Faizulin, Preserving Nature as Preserving Ourselves
- William_Keo, Extramuros Young people sitting on a roof
- Slava Lyu fa, Inner Distance
Damir Faizulin widmet sich in „Preserving Nature as Preserving Ourselves“ dem fragilen Verhältnis von Mensch, Natur und Wandel in Dagestan. William Keo porträtiert in „Extramuros“ Jugendliche in den französischen Banlieues und beschreibt damit ein postkoloniales Frankreich im Umbruch. Slava Lyu-fa zeigt in „Inner Distance“ die von geografischer Isolation, Klima- und Wirtschaftswandel geprägten Lebensbedingungen im arktischen Nordosten Russlands.
- Elliot Ross, We Do The Running
- Benedikt Renc, Cairo
- Valery Melnikov, The burning Azovstal plant, Ukraine
Mit „Mariupol – Open Wounds“ dokumentiert Valery Melnikov die humanitären Folgen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine für die in Mariupol verbliebenen Menschen. Benedikt Renč hält in „Cairo“ eine ägyptische Hauptstadt fest, deren gewachsene urbane Realität durch tiefgreifende Veränderungen zu verschwinden droht. Elliot Ross thematisiert in „A Question of Balance“ die ungleiche Verteilung von Wasser im amerikanischen Südwesten und ihre Folgen für die Navajo Nation.
- Laila AnnMarie Stevens Clayton, Sisterhood Project
- David Sladek, People of Sumiac
- Annie Sakkab, We Used To Watch The Rivers Go By
Annie Sakkab verbindet in „We Used to Watch the Rivers Go By“ Fragen von Wasser, Erinnerung und Herkunft in Jordanien. David Sládek dokumentiert in „People of Šumiac“ Alltag, Traditionen und soziale Trennlinien in einem slowakischen Bergdorf. Laila AnnMarie Stevens untersucht im „Clayton Sisterhood Project“ queere Verwandtschaftsmodelle und das Vermächtnis selbstbewusster schwarzer Frauen innerhalb der eigenen Familiengeschichte.
Neu ist 2026 der LOBA Women Grant. Unter dem Dach des Leica Oskar Barnack Award wird damit erstmals eine Projektidee gefördert, die im folgenden Jahr im Rahmen des LOBA präsentiert wird. Die Gewinnerin wurde bereits von der Jury ausgewählt, ihr Name wird ebenfalls am 8. Oktober in Wetzlar bekannt gegeben.
Der Hauptpreis des Leica Oskar Barnack Award ist mit 40.000 Euro sowie einer Leica Kameraausrüstung im Wert von 10.000 Euro dotiert. Der Newcomer Award umfasst 10.000 Euro sowie eine Leica Q3. Im Anschluss an die Preisverleihung werden alle LOBA-Serien bis zum 4. Februar 2027 im Ernst Leitz Museum in Wetzlar gezeigt und in einem begleitenden Katalog vorgestellt. Danach wandert die Ausstellung in weitere Leica Galerien und zu Fotofestivals weltweit.
Foto oben: Saher Alghorra























