Die Deichtorhallen Hamburg haben sich eines ihrer zentralen Fundamente für die kommenden Jahrzehnte sichern können: Die Sammlung F.C. Gundlach bleibt als Dauerleihgabe nicht nur erhalten, sondern wird deutlich erweitert und institutionell neu verankert.
Pünktlich zum 100. Geburtstag des Fotografen, Sammlers und Kurators F.C. Gundlach wurde der Kooperationsvertrag zwischen Stadt, Stiftung und Deichtorhallen um mindestens 20 Jahre verlängert.
Im Zentrum steht dabei die Weiterentwicklung einer der bedeutendsten fotografischen Sammlungen Deutschlands. Die bislang rund 9.000 Werke umfassende Leihgabe, die sich unter dem Leitmotiv „Das Bild des Menschen in der Photographie“ etabliert hat, wächst künftig auf etwa 14.000 Arbeiten an. Neben diesem Schwerpunkt erweitern neue Bestände aus den Bereichen abstrakte und subjektive Fotografie sowie Landschafts- und Objektfotografie das inhaltliche Spektrum erheblich. Damit wird die Sammlung nicht nur größer, sondern auch in ihrer Vielfalt deutlich breiter aufgestellt.
Ein wesentlicher Bestandteil der Erweiterung ist zudem die Integration der umfangreichen Sammlerbibliothek F.C. Gundlach mit über 10.000 Bänden. Diese wird künftig zusammen mit der Sammlung im sanierten Haus der Photographie präsentiert und bildet eine zentrale Schnittstelle zwischen Ausstellung, Forschung und Vermittlung. Im Zuge der laufenden Modernisierung der denkmalgeschützten südlichen Deichtorhalle entsteht erstmals ein eigener Bereich für die Sammlung im ersten Obergeschoss. Neue Ausstellungsflächen, ein Schaudepot sowie die neu gestaltete Bibliothek schaffen ein zusammenhängendes Ensemble, das sowohl die Präsentation als auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Fotografie stärkt.
Die Fortführung der Kooperation knüpft unmittelbar an die ursprüngliche Intention F.C. Gundlachs an. Bereits 2003 hatte er einen Teil seiner Sammlung den Deichtorhallen als Dauerleihgabe überlassen und damit den Grundstein für das Haus der Photographie gelegt, dessen Gründungsdirektor er war. Sein Verständnis von Sammlung ging dabei über das reine Bewahren hinaus: Gundlach verstand sie als „lebendigen Organismus“, der öffentlich zugänglich sein und auf gesellschaftliche Entwicklungen reagieren sollte. Genau dieser Gedanke wird mit der aktuellen Erweiterung konsequent fortgeführt.
Mit der baulichen und konzeptionellen Neuausrichtung gewinnt das Haus der Photographie zusätzlich an internationaler Strahlkraft. Die Sammlung dient nicht nur als Basis für eigene Ausstellungen, sondern auch als Ausgangspunkt für Kooperationen mit Museen und Institutionen weltweit. Gleichzeitig eröffnet die neue Struktur erweiterte Möglichkeiten für Forschung, Vermittlung und Publikumsbeteiligung.
Die Verlängerung des Leihvertrags ist damit mehr als eine administrative Entscheidung. Sie markiert einen Meilenstein in der langfristigen Sicherung fotografischer Kultur in Hamburg und unterstreicht die Bedeutung der Fotografie als eigenständige Kunstform. Begleitend dazu wird im Rahmen der Triennale der Photographie Hamburg mit mehreren Ausstellungen an das Werk und Wirken F.C. Gundlachs erinnert – und damit an eine Persönlichkeit, die die fotografische Landschaft der Stadt entscheidend geprägt hat.
Abb. oben: Ansicht Bibliothek F.C. Gundlach © Krekeler Architekten Generalplaner GmbH











