Zehn Jahre nach seiner Gründung blickt das RAW Photo Festival Worpswede nicht nur zurück, sondern richtet den Blick bewusst nach vorn. Unter dem programmatischen Titel „Zurück in die Zukunft“ feiert das Festival vom 3. Oktober bis 1. November 2026 sein Jubiläum – und besinnt sich dabei auf seine eigenen Ursprünge.

RAW 2023 – Ansicht der Open-Air-Ausstelluing auf der Marcusheide
Was einst als vergleichsweise kleines Format begann, hat sich zu einer festen Größe für aktuelle Fotokunst und Dokumentarfotografie entwickelt. Zum Jubiläum kehrt das Festival nun bewusst zu seinem ursprünglichen Konzept zurück: Statt großer institutioneller Kooperationen setzt RAW wieder auf konzentrierte Ausstellungsorte und eine intime Atmosphäre. Die Galerie Altes Rathaus, die Marcusheide und das Philine-Vogeler-Haus bilden den Parcours, der sich über vier Wochen durch Worpswede zieht.
Der Titel „Zurück in die Zukunft“ ist dabei mehr als ein Motto. Er beschreibt das Spannungsfeld, in dem sich das Festival bewegt. In der Galerie Altes Rathaus wird mit der Ausstellung „Lieblingsstücke“ ein Rückblick auf prägende Arbeiten aus den Jahren 2016 bis 2023 präsentiert. Es ist eine kuratierte Erinnerung an die künstlerischen Positionen, die das Festival geprägt haben.
Gleichzeitig richtet sich der Blick nach vorn. Auf der Marcusheide entsteht mit „Zeichen des Wandels“ eine Open-Air-Ausstellung, die sich zentralen Fragen der Gegenwart widmet. Internationale künstlerische Positionen setzen sich hier mit Klimawandel und Nachhaltigkeit auseinander. Die Wahl des Außenraums ist dabei nicht zufällig, sondern verstärkt die inhaltliche Dimension der Arbeiten.
Eine weitere Perspektive eröffnet die Ausstellung „Fotokunst zum Blättern“ im Philine-Vogeler-Haus. In Kooperation mit dem PhotoBookMuseum Köln wird dort ein Querschnitt aus zehn Jahren Dummy Award gezeigt. Damit rückt das Medium Fotobuch in den Fokus, das längst als eigenständige künstlerische Ausdrucksform etabliert ist.
Begleitet wird das Festival von einem umfangreichen Vermittlungsprogramm. Künstlergespräche, Führungen und Diskussionsrunden schaffen Raum für Austausch und Reflexion. Ergänzend dazu werden digitale Angebote bereitgestellt, die eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Inhalten ermöglichen – unabhängig davon, ob man vor Ort ist oder nicht.
Das RAW Photo Festival 2026 zeigt damit eindrucksvoll, wie sich ein Format weiterentwickeln kann, ohne seine Wurzeln zu verlieren. Der Rückgriff auf die eigenen Anfänge wird hier nicht zum nostalgischen Blick zurück, sondern zum Ausgangspunkt für neue Perspektiven.
Foto oben: Festival Kurator Jürgen Strasser (©Matthias Sabelhaus)











