Der BFF – Berufsverband Freie Fotografen und Filmgestalter e.V. – hat auf seiner ordentlichen Mitgliederversammlung am 7. Juni 2026 in Frankfurt am Main einen neuen dreiköpfigen Vorstand gewählt. Mit Mareen Fischinger, Ilan Hamra (Foto oben: Vincenzo Buscemi) und Stefanie Aumiller übernimmt eine Generation von Kreativen Verantwortung, die den Verband sowohl für die Herausforderungen der klassischen Fotografie als auch für die Entwicklungen moderner Bildproduktion neu positionieren will.
Im Zentrum des gemeinsamen Programms stehen die Förderung des fotografischen Nachwuchses, die Stärkung der Autorenschaft, die Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz sowie die Öffnung des Verbandes für neue kamerabasierte Berufsfelder.
KI-Rat
Besonders deutlich wird dieser Anspruch in der Personalie Ilan Hamra. Der Fotograf und 3D-Designer aus Hamburg und Berlin bringt umfassende Erfahrung in den Bereichen CGI, Virtual Production und Bewegtbild mit und soll die strategische Positionierung des BFF zu neuen Formen der Bildproduktion weiterentwickeln.
Dabei verfolgt Hamra einen differenzierten Ansatz im Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Der BFF wolle Technologien nicht grundsätzlich ablehnen, sondern dort unterstützen, wo sie auf eigener kreativer Arbeit basieren. Gleichzeitig soll der Verband eine klare Haltung gegenüber Entwicklungen einnehmen, die Urheberrechte, kreative Leistungen und die fotografische Autorenschaft untergraben.
Gemeinsam mit Mareen Fischinger plant Hamra die Einrichtung eines KI-Rats, der den Verband künftig bei Fragen rund um generative KI, Urheberrecht und neue Produktionsformen beraten soll. Ziel ist eine fundierte und unabhängige Positionierung des BFF innerhalb der zunehmend kontrovers geführten Debatte.
BFF Sisters
Mareen Fischinger übernimmt innerhalb des neuen Vorstands die Ressorts Satzung und Recht sowie die operative Koordination des Verbandes. Die Kölner Werbefotografin und Inhaberin einer Fotoproduktionsfirma beschäftigt sich seit Jahren mit den Auswirkungen neuer Technologien auf die professionelle Fotografie und arbeitet unter anderem mit ethischen KI-Systemen, die auf eigenen fotografischen Arbeiten und realen Personen basieren.
Bereits seit April 2026 leitet sie die BFF Akademie. Diese soll künftig deutlich stärker als Plattform für Weiterbildung, Vernetzung und Austausch im Kontext des beruflichen Wandels ausgebaut werden.
Zu ihren Initiativen zählt auch die Gründung der BFF Sisters, einer neuen Community innerhalb des Verbandes, die Frauen in der professionellen Fotografie stärker sichtbar machen und vernetzen soll.
BFF-Förderpreis

Stefanie Aumiller (Foto: Amelie Niederbuchner)
Mit Stefanie Aumiller übernimmt eine Vertreterin der klassischen Fotografie die Verantwortung für zentrale Zukunftsthemen des Verbandes. Die Münchner Fotografin arbeitet in den Bereichen Lifestyle, Kids und Corporate Photography und bringt ihre langjährige Erfahrung aus der Verbandsarbeit in Bayern in den Vorstand ein.
Zu ihren Aufgaben gehören die Nachwuchsförderung, die Betreuung des BFF-Förderpreises sowie der Hall of Fame. Darüber hinaus arbeitet sie an einem neuen Mentoring-Programm für die BFF-Junioren, das jungen Fotografen den Einstieg in die professionelle Praxis erleichtern soll.
Damit setzt der Verband bewusst ein Zeichen für die Bedeutung fotografischer Ausbildung, handwerklicher Qualität und persönlicher Entwicklung in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen.
BFF-Forum
Neben den inhaltlichen Schwerpunkten verfolgt der neue Vorstand das Ziel, die Verbandsarbeit transparenter zu gestalten und den Austausch zwischen Mitgliedern zu intensivieren.
Moderne Kommunikationsformate wie das neue BFF-Forum sollen künftig mehr Beteiligungsmöglichkeiten schaffen und den Dialog zwischen den unterschiedlichen Berufsgruppen innerhalb des Verbandes fördern. Bereits vor der Wahl befand sich das neue Vorstandsteam nach eigenen Angaben über mehrere Monate hinweg im intensiven Austausch mit Mitgliedern aus allen Regionen Deutschlands.
BFF im Wandel
Mit der Wahl von Fischinger, Hamra und Aumiller setzt der BFF auf eine Kombination aus fotografischer Praxis, unternehmerischer Erfahrung und technologischem Know-how. Der Verband versteht sich damit zunehmend als Interessenvertretung für alle Kreativen, die mit Kamera, Bild und eigener Autorenschaft arbeiten – unabhängig davon, ob die Ergebnisse klassisch fotografisch, filmisch oder digital produziert werden.
Gerade in Zeiten von KI-generierten Bildern, hybriden Produktionsprozessen und sich wandelnden Berufsbildern dürfte die Frage nach Urheberschaft, kreativer Verantwortung und professioneller Positionierung zu den zentralen Herausforderungen der Branche gehören. Der neue Vorstand macht deutlich, dass der BFF diese Entwicklung nicht nur begleiten, sondern aktiv mitgestalten will.











