Mit ihrer elften Ausgabe festigt die photo basel ihren Anspruch als wichtigste Messe für Fotokunst in der Schweiz. Vom 16. bis 21. Juni 2026 versammelt die Messe im Volkshaus Basel mehr als 40 internationale Galerien und präsentiert über 450 Werke von nahezu 170 Künstlerinnen und Künstlern. Parallel zur Art Basel hat sich die photo basel längst als eigenständiger Treffpunkt für Sammler, Kuratoren, Galeristen und Fotografiebegeisterte etabliert.
Die diesjährige Ausgabe spannt einen Bogen von den Klassikern der Fotografiegeschichte bis hin zu aktuellen, experimentellen Positionen. Zu den herausragenden Namen zählen Vivian Maier, Man Ray, André Kertész, Imogen Cunningham und Marina Abramović ebenso wie zeitgenössische Künstlerpersönlichkeiten wie Roger Ballen, Anne Imhof, Carlos Leal, Susa Templin oder Sama Alshaibi.
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Schweizer Fotografen Philipp Giegel (1927–1997), dessen Werk von der Galerie Esther Woerdehoff präsentiert wird. Als ehemaliger Assistent von Hans Finsler zählt Giegel zu den bedeutenden Vertretern der Schweizer Fotografie des 20. Jahrhunderts. Seine von der Neuen Sachlichkeit und den Gestaltungsprinzipien des Bauhauses beeinflussten Arbeiten zeichnen sich durch eine präzise Bildsprache, grafische Klarheit und eine außergewöhnliche Beherrschung von Form und Kontrast aus. Über Jahrzehnte prägte er mit seinen Fotografien das visuelle Erscheinungsbild der Schweiz.
Zu den Publikumsmagneten dürfte auch die Präsentation von Vivian Maier durch die Galerie Ira Stehmann Fine Art zählen. Die amerikanische Street-Photography-Legende gilt heute als eine der faszinierendsten Wiederentdeckungen der Fotografiegeschichte. Ihre erst posthum bekannt gewordenen Aufnahmen verbinden dokumentarische Beobachtung mit außergewöhnlichem Gespür für Komposition, Timing und menschliche Situationen.
Mit Anne Imhof zeigt die Galerie Glaab eine der prägendsten Stimmen der internationalen Gegenwartskunst. Die deutsche Künstlerin, die 2017 mit dem Goldenen Löwen der Biennale von Venedig ausgezeichnet wurde, untersucht in ihren Arbeiten die Beziehungen zwischen Körper, Raum, Zeit und medialer Inszenierung. Ihre fotografischen Positionen erweitern den klassischen Fotografiebegriff und stehen exemplarisch für die zunehmende Hybridisierung künstlerischer Medien.
Auch der Schweizer Künstler Carlos Leal zählt zu den spannenden Positionen der diesjährigen Messe. Bekannt wurde Leal zunächst als Mitbegründer der Hip-Hop-Gruppe Sens Unik sowie als international tätiger Schauspieler. Parallel dazu entwickelte er ein eigenständiges fotografisches Werk, das gesellschaftliche Fragestellungen mit hoher ästhetischer Präzision verbindet und inzwischen weltweit ausgestellt wird.
Über die klassische Messepräsentation hinaus setzt die photo basel erneut auf kuratorische Sonderformate. Die Sektion „beyond photography“ widmet sich Arbeiten, die die Grenzen des Mediums bewusst überschreiten. Hier treffen fotografische Verfahren auf Skulptur, Installation, alternative Drucktechniken und dreidimensionale Konzepte. Die Sektion „novum“ präsentiert eigens für die Messe entstandene oder bislang unveröffentlichte Werke und eröffnet damit Einblicke in aktuelle Entwicklungen der internationalen Fotokunst.
Mit „annabelle’s choice“ wird zudem die erfolgreiche Kooperation mit dem Schweizer Magazin annabelle fortgesetzt. Die Bildredaktion wählt gezielt Arbeiten von Fotografinnen aus, deren Positionen durch besondere Themen, Perspektiven oder technische Ansätze hervorstechen. Die Initiative unterstreicht das gemeinsame Anliegen, die Sichtbarkeit weiblicher Positionen in der internationalen Kunstwelt nachhaltig zu stärken.
Begleitet wird die Messe von einem umfangreichen Programm aus Artist Talks und Podiumsdiskussionen. Künstlerinnen und Künstler wie Carlos Leal, Sama Alshaibi, Roger Ballen und Loredana Nemes geben Einblicke in ihre Arbeitsweisen und diskutieren aktuelle Entwicklungen der Fotografie zwischen künstlerischem Ausdruck, gesellschaftlicher Relevanz und technischem Wandel.
Mit ihrer Mischung aus historischen Meisterwerken, zeitgenössischen Positionen, kuratorischen Experimenten und einem hochkarätigen Diskursprogramm bleibt die photo basel auch 2026 ein wichtiger Seismograf für die Entwicklungen des internationalen Fotokunstmarktes.
photo basel, 16.–21. Juni 2026, Volkshaus Basel, Rebgasse 12–14, 4058 Basel, Schweiz










