Mit einem festlichen Eröffnungswochenende hat das Festival La Gacilly-Baden Photo 2026 seine neue Saison eingeläutet. Unter dem diesjährigen Motto „So British!“ verwandelt sich Baden bei Wien erneut in eine große Open-Air-Galerie und präsentiert bis zum Herbst fotografische Positionen aus Großbritannien und darüber hinaus.
- Baden präsentiert Fotografie im öffentlichen Raum
- Festivalmacher Lois Lammerhuber
- Hans-Jürgen Burkhard und Don McCullin
Begleitet von zahlreichen Fotografen, Kuratoren, Medienvertretern und Gästen aus der internationalen Fotoszene führte Festivalgründer und Kurator Lois Lammerhuber durch die Ausstellungen des diesjährigen Programms. Der Rundgang machte deutlich, warum sich das Festival in den vergangenen Jahren zu einem festen Termin im internationalen Fotokalender entwickelt hat: Fotografie wird hier nicht nur gezeigt, sondern im öffentlichen Raum erlebbar gemacht.
Zu den herausragenden Positionen der diesjährigen Ausgabe zählt die Ausstellung des britischen Fotografen Don McCullin. Seit den 1960er Jahren dokumentiert McCullin Kriege, Konflikte, Flucht und soziale Ungleichheit mit einer Intensität, die ihn zu einer der bedeutendsten Stimmen des Fotojournalismus gemacht hat.

Esther Haase
Seine Arbeiten erinnern daran, welche gesellschaftliche Bedeutung dokumentarische Fotografie auch im Zeitalter digitaler Bildfluten besitzt. Die großformatige Präsentation im öffentlichen Raum verleiht diesen Bildern eine besondere Präsenz und Aktualität.
Einen faszinierenden Kontrast dazu bilden die Arbeiten von Esther Haase. Die deutsche Fotografin verbindet Mode-, Tanz- und Porträtfotografie zu poetischen Bildwelten voller Bewegung, Farbe und Fantasie. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Inszenierung und Traum, zwischen Präzision und spielerischer Leichtigkeit.
Damit steht Haase exemplarisch für eine zeitgenössische Fotografie, die narrative und ästhetische Qualitäten verbindet, ohne ihre fotografische Handschrift zu verlieren.
Wie jedes Jahr ist das Festival weit mehr als eine Reihe von Ausstellungen. Baden wird während der Eröffnungswochen zum Treffpunkt der internationalen Fotografie-Community.
Zu den anwesenden Fotografen gehörte unter anderem Hans-Jürgen Burkhard, dessen Langzeitprojekte seit Jahren zu den wichtigen dokumentarischen Positionen im deutschsprachigen Raum zählen. Daneben nutzten zahlreiche Fotografen, Kuratoren, Verleger, Sammler und Festivalmacher die Gelegenheit zum persönlichen Austausch.
Gerade diese Begegnungen machen einen wesentlichen Teil des Festivalerlebnisses aus. Während die Fotografie vielerorts zunehmend digital vermittelt wird, schafft La Gacilly-Baden einen physischen Raum für Diskussionen, Wiedersehen und neue Kooperationen.
Das Besondere am Festival bleibt sein Konzept: Die Ausstellungen sind nicht auf Museen oder Galerien beschränkt, sondern verteilen sich über Parks, Plätze und Straßen der Stadt. Dadurch erreicht die Fotografie ein Publikum weit über die klassische Kunstszene hinaus.
In einer Zeit, in der Bilder überwiegend auf Bildschirmen konsumiert werden, setzt La Gacilly-Baden bewusst auf die unmittelbare Erfahrung großformatiger Fotografien im Stadtraum. Das Festival zeigt damit eindrucksvoll, dass Fotografie auch heute ihre größte Wirkung oft dort entfaltet, wo Menschen ihr direkt begegnen.
La Gacilly-Baden gehört inzwischen zu den wichtigsten europäischen Fotofestivals außerhalb der klassischen Museums- und Messeformate. Die Verbindung aus hochkarätigen fotografischen Positionen, öffentlichem Raum und internationalem Austausch macht das Festival zu einem Modell dafür, wie Fotografie auch künftig sichtbar und gesellschaftlich relevant bleiben kann.
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