Der Pirelli Kalender 2027 widmet sich erstmals vollständig Indien. Zugleich entsteht „The Cal“ zum ersten Mal aus dem Dialog zweier fotografischer Perspektiven: Der norwegische Modefotograf Sølve Sundsbø trifft auf den indischen Fotografen Raghu Rai. Nach dessen Tod führt seine Tochter Avani Rai das gemeinsam entwickelte Konzept weiter.
- Aditi Rao Hydari
- Avantika Vandanapu
- Bhavitha Mandava
Indien steht im Mittelpunkt des Pirelli Kalenders 2027 – als Land von großer Schönheit, Vielfalt und Komplexität. Für die neue Ausgabe setzt Pirelli erstmals auf die Arbeiten zweier Fotografen. Die westliche Perspektive von Sølve Sundsbø wird mit der tief in Indien verwurzelten Bildsprache von Raghu Rai verbunden. Daraus soll kein Nebeneinander, sondern ein künstlerischer Dialog entstehen, der unterschiedliche Sichtweisen auf das Land miteinander verknüpft.
Nach dem Tod von Raghu Rai übernahm seine Tochter Avani Rai die Umsetzung seines Beitrags. Die international anerkannte Fotografin führt die ursprünglichen Absichten ihres Vaters fort, interpretiert sie jedoch zugleich neu. Während Sundsbø vor allem inszenierte Porträts realisiert, verlegt Avani Rai das Projekt aus dem Studio auf die Straßen von Alt-Delhi.
Zwei Perspektiven auf Indien
Sølve Sundsbø zählt zu den international renommierten Modefotografen seiner Generation. Seine Arbeit ist durch eine stark kontrollierte Ästhetik, experimentelle Bildlösungen und einen präzisen visuellen Stil geprägt. Für den Pirelli Kalender konzentriert er sich auf Porträts indischer Persönlichkeiten.
- Solve Sundsbo
Raghu Rai und Avani Rai stehen demgegenüber für eine Perspektive, die Indien von innen heraus betrachtet. Das gemeinsame Projekt verbindet Gesichter, Farben, Eindrücke und Kontraste zu einem vielschichtigen Bild des Landes. Die unterschiedlichen fotografischen Ansätze sollen dabei ausdrücklich sichtbar bleiben.
Sundsbø betont, dass er das Projekt nicht allein habe realisieren wollen. Die Beteiligung von Raghu Rai habe für ihn eine besondere Bedeutung gehabt. Sein eigener Beitrag konzentriert sich bewusst auf Menschen und Porträts, während Avani Rai die Aufgabe übernimmt, über den unmittelbaren Blick auf einzelne Persönlichkeiten hinaus auch etwas von der Seele des Landes einzufangen.
Zwischen Archiv und Gegenwart
Das ursprüngliche Konzept von Raghu Rai sah vor, unveröffentlichte ältere Arbeiten als Hintergrund für neue Studioaufnahmen zu verwenden. Avani Rai entschied sich jedoch dafür, diesen Gedanken auf die Straßen zu übertragen. Sie fotografierte an Orten, die ihr Vater bereits über Jahrzehnte hinweg besucht hatte, und verband dessen historische Bilder mit der Gegenwart.
- Rupi Kaur
- Avani Rai
Ihre Arbeit wird damit zugleich zu einer Auseinandersetzung mit fotografischem Erbe, Erinnerung und Veränderung. Avani Rai rahmt nicht nur die Arbeiten ihres Vaters, sondern auch eine Realität, die sich 30, 40 oder 50 Jahre später weiterentwickelt hat.
Sundsbø fotografierte zwischen dem Jaigarh-Fort und Ajabgarh in Jaipur im Bundesstaat Rajasthan. Avani Rai arbeitete dagegen auf den Straßen von Alt-Delhi und griff dabei bewusst Orte auf, die bereits Teil der fotografischen Biografie ihres Vaters waren.
Menschen aus dem Alltag
Für Sundsbøs Porträts standen unter anderem die Schauspielerinnen Aditi Rao Hydari und Avantika Vandanapu, die Schauspielerin und Produzentin Freida Pinto, die Musikerin Anoushka Shankar, die Dichterin Rupi Kaur, die Models Lakshmi Menon und Bhavitha Mandava sowie Padma Lakshmi und Avani Rai selbst vor der Kamera.
Avani Rais Bildwelt umfasst dagegen mehr als 200 Menschen. Neben ihrer Mutter Gurmeet Rai fotografierte sie Passanten, Tänzer, Straßenkünstler, Kunsthandwerker, Musiker und Performer. Der Pirelli Kalender 2027 verbindet damit prominente Porträts mit einem breiteren gesellschaftlichen Panorama Indiens.
Foto oben: Lakshmi Menon – © From the backstage of the Pirelli Calendar 2027 by Sølve Sundsbø and Raghu Rai with Avani Rai, picture by Alessandro Scotti




















