Drei Jahrzehnte elektronische Musik, Clubkultur und Porträtfotografie: Das MOMEM in Frankfurt zeigt ab Oktober eine große Retrospektive von Katja Ruge. Klassische Fotografien treffen dabei auf interaktive und immersive Projektionen.

Katja Ruge
Unter dem Titel „To See a Beat. To Hear a Moment“ zeigt das Museum of Modern Electronic Music, MOMEM, in Frankfurt einen umfangreichen Querschnitt durch das Werk von Katja Ruge. Seit den 1990er Jahren hat die Hamburger Fotografin zahlreiche prägende Musiker und Künstler der internationalen Szene porträtiert, darunter Björk, Beth Ditto, Aphex Twin, DJ Koze, Moby und Helena Hauff.
Ruges fotografische Arbeit ist eng mit elektronischer Musik und Clubkultur verbunden. Prägend waren insbesondere ihre Jahre in Manchester während der Rave-Bewegung, wo sie das Umfeld der Haçienda und von Factory Records aus unmittelbarer Nähe erlebte. Aus dieser Zeit entstand später das Fotobuch „Fotoreportage 23 – In Search of Ian Curtis“.
Sichtbarkeit und Porträt
Mit „Ladyflash – Women in Music“ entwickelte Ruge ab 2009 ein Projekt, das die mangelnde Sichtbarkeit von Frauen in musikalischen und medialen Erzählungen thematisierte. 2016 wurde die Serie mit mehr als 100 Porträts ausgestellt. Diese Auseinandersetzung setzt sie mit „Electric Lights – Women in Electronic Music“ fort.
In den Planetarien von Berlin, Hamburg und Bochum verbindet das Format fotografische Porträts mit Full-Dome-Projektionen, DJ- und Live-Sets. Die Fotografie wird dabei nicht nur gezeigt, sondern Teil eines audiovisuellen Raums, in dem Bild und Musik unmittelbar aufeinandertreffen.
- Aphex Twin, 1996, © Katja Ruge
- Sleaford Mods, 2013, Golden Pudel Club, © Katja Ruge
- Kittin, 2023, © Katja Ruge
Retrospektive als Medienraum
Auch die Ausstellung im MOMEM geht über eine klassische Hängung hinaus. Gerahmte Fotografien werden mit interaktiven und immersiven Projektionen kombiniert. Damit erscheint Ruges Werk zugleich als fotografische Chronik von Musikgeschichte, als Porträtarchiv und als interdisziplinäre Auseinandersetzung mit Pop- und Subkultur.
- DJ Koze (Fischmob), © Katja Ruge
Zu Ruges Praxis gehören neben der Fotografie auch DJ-Arbeit und kuratorische Projekte. Im Februar 2026 realisierte sie die erste FEMC – FLINTA* Electronic Music Conference mit Workshops, Panels und DJ-Sets. Zudem arbeitet sie inzwischen mit generativen Verfahren und Künstlicher Intelligenz, wobei die Fotografie weiterhin die Grundlage ihrer Bildproduktion bildet.
Frankfurt ab Oktober
„Katja Ruge. To See a Beat. To Hear a Moment“ eröffnet am 8. Oktober 2026 um 19 Uhr im MOMEM – Museum of Modern Electronic Music in Frankfurt. Die Ausstellung läuft vom 9. Oktober 2026 bis 7. Februar 2027.
Foto oben: Akua, 2023, © Katja Ruge




















