Für den deutschen Rolling Stone hat der Fotokünstler Wolfgang Tillmans den Jahresrückblick mit Collagen aus Fotos, Plakaten und Tweets gestaltet, der zuerst im Magazin und anschließend im Tate Modern in London zu sehen sein wird. Auf zwölf Seiten collagierte Tillmans die Seiten des Rolling Stone Heftes aus Fotos, die er im vergangenen Jahr gemacht hat und Ausrissen aus seiner Anti-Brexit-Kampagne sowie Plakaten, einzelnen Tweets und Texten. Die Bilder und Beiträge schichtete er übereinander. „Es spiegelt, wie wir die Dinge sehen, denn wir sehen sie verdeckt“, erklärt Tillmans seine Arbeit. Die Fotos zeigen unter anderem Tillmans mit befreundeten Musikern. „2016 war für mich vor allem vom Brexit und von Musik geprägt“, sagt der in Berlin und London tätige Künstler.
„Jahresrückblicke gibt es viele, aber der von Wolfgang Tillmans ist in jeder Hinsicht außergewöhnlich. Seine Arbeit ist so politisch wie persönlich. Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit ihm,“ so Sebastian Zabel, Chefredakteur Rolling Stone.
Bekannt wurde Wolfgang Tillmans Anfang der 1990er-Jahre mit seinen Fotos junger Raver. Im Jahr 2000 war er dann der erste deutsche Fotokünstler, der mit dem renommierten Turner Prize ausgezeichnet wurde. Der Fotograf gilt als einer der wichtigsten Künstler der Gegenwart. Seit den 2000er Jahren arbeitet Tillmans zunehmend mit Collagen, Installationstechniken und Abstraktionen. Für Aufsehen sorgte in diesem Jahr seine Kampagne gegen den Ausstieg des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union. Dazu entwarf er 25 verschiedene Plakate. Die Motive wurden tausendfach im Internet geteilt. Seine Heftstrecke für den Rolling Stone wird auch in der im Februar 2017 eröffnenden Tillmans-Werkschau in der Tate Gallery of Modern Art in London zu sehen sein.
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