Neurapix erweitert sein Lightroom-Classic-Plugin um die neue Funktion Studio Crop. Sie soll insbesondere Fotografen mit großen, seriell produzierten Porträtstrecken entlasten: Statt Bildausschnitte einzeln festzulegen, kann die Software künftig ganze Serien nach definierten Vorgaben automatisch zuschneiden – parallel zur KI-gestützten Bildbearbeitung im individuellen Stil des Fotografen.
Entwickelt wurde die Funktion nach Angaben von Neurapix vor allem auf Anregung von Schul-, Kita- und Sportfotografen. Gerade in diesen Bereichen entstehen regelmäßig sehr große Bildmengen, bei denen ein konsistenter Ausschnitt wichtiger ist als eine individuell optimierte Bildkomposition. Studio Crop lässt sich direkt im bestehenden Bearbeitungsdialog aktivieren und läuft anschließend zusammen mit der übrigen KI-Bearbeitung automatisch durch.
Der Fotograf legt dabei vorab fest, wie eng die abgebildete Person im Bild positioniert werden soll. Möglich sind beispielsweise locker gefasste Porträts mit zusätzlichem Raum, Halb- oder Dreiviertelporträts. Die KI erkennt die abgebildete Person im Bild und überträgt die festgelegte Bildaufteilung auf die gesamte Serie. Nach Angaben von Neurapix werden dabei keine biometrischen Daten erfasst.
Einheitliche Blicklinie über ganze Serien
Neben der Motivgröße lässt sich auch das gewünschte Seitenverhältnis definieren. Zur Wahl stehen unter anderem 2:3, 4:5, 1:1 und 9:16. Damit können Bildserien bereits während der Bearbeitung auf klassische Ausgabeformate oder unmittelbar auf Social-Media-Anwendungen zugeschnitten werden.
Für Schul- und Mannschaftsfotografie dürfte insbesondere die Funktion „An Augen ausrichten“ interessant sein. Dabei positioniert die Software die Blicklinie in sämtlichen Bildern auf derselben Höhe. Gerade bei Bildserien, die später nebeneinander präsentiert oder in einheitlichen Layouts eingesetzt werden, kann das den manuellen Korrekturaufwand deutlich reduzieren.
Der entscheidende Unterschied zu einem klassischen automatischen Crop liegt damit weniger in der Suche nach dem jeweils „besten“ Einzelbildausschnitt als in der Reproduzierbarkeit einer vorgegebenen Bildgestaltung. Genau das ist bei standardisierten Porträtproduktionen häufig wichtiger als eine individuelle Kompositionsoptimierung.
Ergänzung statt Ersatz des bisherigen KI-Crops
Der bereits vorhandene automatische Bildzuschnitt von Neurapix bleibt bestehen. Dieser analysiert Bilder weiterhin einzeln und soll die jeweilige Bildkomposition optimieren. Studio Crop verfolgt dagegen bewusst einen anderen Ansatz und richtet sich auf die konsistente Bearbeitung kompletter Porträtserien.
Damit trennt Neurapix zwei unterschiedliche Produktionsszenarien: Der bisherige KI-Crop bleibt vor allem für Reportage- und Eventfotografie interessant, während Studio Crop stärker auf standardisierte Volumenproduktionen zielt.
Gerade für professionelle Schul-, Kindergarten-, Vereins- oder Businessporträt-Fotografie ist diese Unterscheidung sinnvoll. Dort liegt der wirtschaftliche Vorteil von Automatisierung nicht zwingend in einer kreativeren Einzelbildentscheidung, sondern darin, tausende Aufnahmen nach denselben gestalterischen Parametern zuverlässig und reproduzierbar auszugeben.
Bestandteil des Lightroom-Workflows
Studio Crop ist Bestandteil des Neurapix-Plugins für Adobe Lightroom Classic und steht nach Aktualisierung beziehungsweise Neuinstallation des Plugins automatisch zur Verfügung.
Im Tarif Neurapix Unlimited ist die Funktion ohne zusätzliche Kosten enthalten. Beim Pay-per-Picture-Modell berechnet Neurapix für Studio Crop einen zusätzlichen Cent pro Bild. Zusammen mit weiteren optionalen Funktionen können sich die Bearbeitungskosten laut Anbieter auf maximal fünf Cent pro Foto summieren.
Mit Studio Crop verschiebt Neurapix die KI-Automatisierung damit einen weiteren Schritt vom reinen Look-Matching hin zur Produktionssteuerung. Für Fotografen mit hohen Stückzahlen könnte gerade die Kombination aus automatisierter Farb- und Tonwertbearbeitung sowie standardisiertem Zuschnitt relevant sein, weil damit zwei bislang getrennte Arbeitsschritte innerhalb desselben Lightroom-Workflows abgewickelt werden.
















