Panasonic erweitert das L-Mount-System um das neue LUMIX S 20 mm F2.5 und koppelt die Markteinführung mit Firmware- und App-Updates für die LUMIX S9 sowie die Vollformatmodelle S1RII, S1II und S1IIE. Während das neue 20er vor allem auf ein möglichst kleines Vollformat-Setup zielt, bringt insbesondere die S9-Firmware zusätzliche Video- und Workflow-Funktionen, die auch für professionelle Hybrid-Anwendungen interessant sind.
Das LUMIX S 20 mm F2.5 (S-S20) kombiniert eine Ultraweitwinkel-Brennweite von 20 mm mit einer Lichtstärke von F2.5. Mit nur rund 40,9 mm Länge und 142 Gramm Gewicht fällt das Objektiv ausgesprochen kompakt aus und dürfte insbesondere an kleinen L-Mount-Gehäusen wie der S9 ein interessantes Reportage-, Reise- und Gimbal-Setup ergeben. Die Naheinstellgrenze liegt bei 18 Zentimetern.
Optisch arbeitet Panasonic mit drei asphärischen Elementen. Laut Hersteller soll die Abbildungsleistung bis in die Bildecken stabil bleiben und chromatische sowie andere Aberrationen sollen weitgehend korrigiert werden. Entscheidender für Videoanwender dürfte sein, dass die Konstruktion Focus Breathing reduziert und damit ruhigere Fokusverlagerungen ermöglichen soll.
20 mm für Foto und Video
Die Brennweite von 20 mm liegt zwischen klassischem Reportage-Weitwinkel und ausgeprägtem Ultraweitwinkel. Für Architektur, Innenräume und Landschaft bietet sie entsprechend viel Raum, ohne bereits die extremen Perspektiven kürzerer Brennweiten zu erzwingen. Für Video kann sie zudem interessant sein, wenn aus der Hand, auf einem Gimbal oder mit engem Abstand zur Kamera gearbeitet wird.
Die Lichtstärke F2.5 ist dabei ein pragmatischer Kompromiss. Sie ermöglicht ein deutlich kompakteres System als typische F1.4- oder F1.8-Festbrennweiten und bietet gegenüber lichtschwächeren Zoomlösungen dennoch Reserven für Available Light und selektivere Schärfe.
Das Objektiv besitzt eine konfigurierbare Fn-Taste sowie einen anpassbaren Steuerring. In Verbindung mit kompatiblen LUMIX-Kameras lassen sich darüber unter anderem Crop-Zoom-Funktionen direkt am Objektiv bedienen. Die Konstruktion ist staub-, spritzwasser- und frostbeständig; die Frontlinse besitzt eine Fluorbeschichtung.
S9 bekommt mehr Videooptionen
Parallel führt Panasonic für die LUMIX S9 Firmware 2.1 ein. Sie erweitert die MP4-(Lite)-Aufzeichnung unter anderem um 4K mit 60p beziehungsweise 50p sowie Full-HD mit bis zu 120p beziehungsweise 100p. Hinzu kommt die Unterstützung für LUMIX Flow ab Version 1.7.0.
Deutlich erweitert wird außerdem die Belegung der Objektiv-Funktionstaste. Zuweisbar werden unter anderem Seitenverhältnis, elektronische Stabilisierung, Boost I.S., Video-Bildbereich, Fokusring-Steuerung, Fokusbegrenzer, Hybrid-Zoom, Crop-Zoom, Focus Peaking und Videoaufnahme.
Gerade in Verbindung mit dem neuen 20 mm F2.5 wird damit Panasonics Strategie deutlich: Die S9 soll weniger als abgespeckte Fotokamera denn als kleines, stark softwaregestütztes Hybrid-Systemfunktionieren. Für Solo-Operator, Reiseproduktionen oder kleinere Social- und Editorial-Produktionen kann die direkte Zuweisung zentraler Video- und Crop-Funktionen ans Objektiv den Workflow tatsächlich beschleunigen.
S1RII, S1II und S1IIE ebenfalls aktualisiert
Auch die LUMIX S1RII, S1II und S1IIE erhalten neue Firmware. Panasonic nennt hier vor allem eine verbesserte Reaktionsgeschwindigkeit des Auslösers und eine optimierte Serienbildleistung beim Einsatz externer Blitzgeräte. Zusätzlich soll die allgemeine Betriebsstabilität verbessert worden sein.
Für professionelle Fotografen ist gerade die Optimierung des Blitzbetriebs relevant, weil sie weniger spektakulär klingt als neue Videoformate, sich im Event-, Porträt- oder Studioeinsatz aber unmittelbar auf die Zuverlässigkeit auswirken kann.
LUT-Workflow wird ausgebaut
Begleitend aktualisiert Panasonic auch die beiden Apps LUMIX Lab und LUMIX Flow.
LUMIX Lab 3.1.1 unterstützt die neuen MP4-(Lite)-Formate der S9, bietet eine Filterfunktion für LUT-Kategorien und führt herunterladbare LUT-Pakete ein, die nach kreativen Themen gruppiert sind. LUMIX Flow 1.7.0 erweitert seinerseits die Kompatibilität auf die S9.
Damit rückt Panasonic den LUT-basierten Workflow weiter in Richtung eines integrierten Ökosystems aus Kamera, Smartphone und Produktions-App. Für professionelle Anwender bleibt dabei entscheidend, wie gut sich dieser Workflow neben klassischen Farbmanagement- und Postproduktionsumgebungen einsetzen lässt – insbesondere wenn mehrere Kameras oder standardisierte Kunden-Workflows beteiligt sind.
Preise und Verfügbarkeit
Das LUMIX S 20 mm F2.5 kommt im Oktober 2026 für 499 Euro auf den Markt. Es wird in Schwarz und Silber angeboten; die silberne Variante ist laut Panasonic ausschließlich im eigenen Online-Store erhältlich.
Zusätzlich kündigt Panasonic für November ein neues Kit aus LUMIX S9 und LUMIX S 40 mm F2 für 1.599 Euro an.
Die Firmware-Updates sowie LUMIX Lab 3.1.1 und LUMIX Flow 1.7.0 stehen ab 13. Oktober 2026 kostenlos zur Verfügung.

















