Mit der Reihe „Berliner Originale“ richtet der f3 – freiraum für fotografie den Blick auf prägende Positionen der Hauptstadtfotografie. Den Auftakt macht ein Fotograf, dessen Bilder sich tief ins visuelle Gedächtnis der Bundesrepublik eingeschrieben haben: Robert Lebeck.
Die Schau „Berliner Originale VOL. I: Robert Lebeck“ ist vom 22. Mai bis 21. Juni 2026 zu sehen. Eröffnet wird sie am 21. Mai 2026 von 19 bis 21 Uhr, der Eintritt zur Vernissage ist frei. Geöffnet ist der f3 – freiraum für fotografie dienstags bis sonntags von 13 bis 19 Uhr, der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Ergänzend finden Führungen und Veranstaltungen statt, darunter eine Foto-Führung am 7. Juni 2026 um 11 Uhr sowie ein Gesprächsformat am 18. Juni 2026 um 19 Uhr.
- Robert Lebeck, Willy Brandt im Speisewagen auf Wahlkampfreise, Süddeutschland 1973
- Robert Lebeck, Konrad Adenauer empfängt Winston Churchill im Palais Schaumburg, Bonn 1956
- Robert Lebeck, Golda Meir, Jerusalem 1969
Lebecks Werk lebt von der Verbindung aus journalistischer Präzision und erzählerischer Kraft. Seine Bilder sind nie bloße Dokumente, sondern verdichten Situationen zu Geschichten. Berühmt wurde seine Aufnahme aus dem Kongo von 1960, in der ein junger Mann dem belgischen König den Degen entreißt – ein Augenblick, in dem sich politische Geschichte in einem einzigen Bild manifestiert. Doch ebenso eindrucksvoll sind die leisen Szenen: erschöpfte Heimkehrer, flüchtige Begegnungen, intime Porträts prominenter Persönlichkeiten.
Über Jahrzehnte hinweg arbeitete Lebeck für Magazine wie den „Stern“ und prägte damit die Bildsprache der Nachkriegszeit entscheidend. Seine Fotografien zeigen eine Welt im Wandel – und richten den Blick stets auf die Menschen darin. Nähe, Empathie und ein Gespür für den entscheidenden Moment sind die Konstanten seines Schaffens.
- Robert Lebeck, Jackie Kennedy und Lee Radziwill am Sarg von Robert Kennedy, New York 1968
- Robert Lebeck, Rudi Dutschke während seiner Rede in der Karls-Universität Prag 1968
- Robert Lebeck, Romy Schneider in einer Drehpause, Berlin 1976
Parallel zur Ausstellung läuft mit „BerlinDiscoveries“ ein Format, das gezielt neue fotografische Positionen sichtbar macht. In vier aufeinanderfolgenden Wochen präsentieren insgesamt 16 Fotografen ihre Arbeiten, begleitet von Gesprächen und Diskussionen. Damit spannt der Ausstellungsort einen Bogen von der historischen Ikone bis zur zeitgenössischen Szene.
Die Präsentation von Robert Lebeck ist somit nicht nur eine Würdigung eines bedeutenden Fotografen, sondern auch ein Auftakt, der die Vielfalt fotografischer Perspektiven in Berlin sichtbar macht.
Foto oben: Robert Lebeck, An den Landungsbrücken in St. Pauli, Hamburg 1963
















