Vernetzte E-Paper-Rahmen eröffnen Museen, Archiven, Galerien und fotografischen Sammlungen neue Möglichkeiten für wechselnde Bildpräsentationen. Eine aktuelle Anwendung im Rathaus Schwalmtal zeigt beispielhaft, wie sich fotografische Inhalte zentral kuratieren, aktualisieren und um zusätzliche Informationen erweitern lassen – ohne für jeden Wechsel neue Prints produzieren zu müssen.
APHEUM entwickelt vernetzte E-Paper-Fotorahmen samt Plattform zur zentralen Verwaltung fotografischer Inhalte. Anders als klassische Monitore sollen die Frames nicht als leuchtende Displays wahrgenommen werden, sondern die ruhige Erscheinung gerahmter Fotografien imitieren. Eine speziell abgestimmte Tonwertwiedergabe zielt dabei insbesondere auf eine differenzierte Darstellung von Graustufen.
Zwischen Print und Display
Für den Fotokunstbetrieb ist weniger der einzelne Rahmen interessant als das dahinterliegende Prinzip: Fotografien können zentral eingespielt, zeitlich gesteuert und ausgetauscht werden, ohne dass dafür neue Abzüge produziert, gerahmt und physisch gehängt werden müssen. APHEUM verbindet damit eine bildorientierte Präsentationsform mit den Möglichkeiten digitaler Distribution und Verwaltung.
Das eröffnet Einsatzmöglichkeiten etwa für Fotomuseen, Archive, Sammlungen, Galerien, Festivals oder Bildungseinrichtungen. Denkbar sind wechselnde Präsentationen aus größeren Beständen, thematische Reihen, digitale Depotschaufenster, Ergänzungen zu physischen Ausstellungen oder temporäre Satellitenpräsentationen an Orten, an denen eine klassische Ausstellung technisch oder wirtschaftlich aufwendig wäre.
Kuratieren ohne neue Prints
Wie das Prinzip funktioniert, zeigt derzeit eine Anwendung in der Gemeinde Schwalmtal. Dort präsentieren fünf APHEUM Frames historische Fotografien aus privaten Beständen. Die Bilder wechseln regelmäßig; der Rhythmus wird zentral festgelegt. QR-Codes an den Rahmen führen zu Hintergrundinformationen und zu den persönlichen Geschichten hinter den Aufnahmen.
Die kommunale Case Study ist dabei weniger wegen ihres konkreten Themas interessant als wegen des übertragbaren Workflows: Inhalte werden gesammelt, kuratiert, in das System eingespielt und können anschließend fortlaufend verändert oder ergänzt werden. Die redaktionelle und kuratorische Kontrolle verbleibt bei der jeweiligen Institution.
Übertragen auf den fotografischen Kunstbetrieb könnte ein Museum beispielsweise Teile seiner Sammlung rotierend zeigen, ein Archiv bislang kaum sichtbare Bestände zugänglich machen oder eine Galerie zusätzliche Werkgruppen eines vertretenen Fotografen präsentieren. Auch Ausstellungen ließen sich um historische Vergleichsbilder, Kontaktbögen, Archivmaterial oder alternative Bildfolgen ergänzen, ohne die eigentliche Hängung ständig verändern zu müssen.
Fotografie als dynamisches Archiv
Gerade für fotografische Archive und Sammlungen liegt darin ein interessanter Ansatz. Der überwiegende Teil größerer Bestände bleibt üblicherweise im Depot oder ist nur über Datenbanken zugänglich. Vernetzte Rahmen könnten zwischen physischem Original und Bildschirmpräsentation eine zusätzliche Präsentationsebene schaffen: kuratiert wie eine Ausstellung, aber inhaltlich jederzeit veränderbar.
Das Schwalmtaler Projekt demonstriert zudem, wie Fotografien mit zusätzlichen Informationen verknüpft werden können. Die einzelne Aufnahme wird damit nicht isoliert gezeigt, sondern lässt sich über digitale Begleitinformationen kontextualisieren. Für fotografische Institutionen könnten auf diese Weise Provenienzen, Werkgeschichten, Interviews, Making-of-Material oder weiterführende Serien zugänglich gemacht werden, ohne die Bildpräsentation selbst mit umfangreichen Texttafeln zu überfrachten.
Flexible Präsentation
Die Datenübertragung der APHEUM Frames erfolgt per WLAN. Die Geräte arbeiten mit AAA-Batterien und benötigen daher weder feste Stromanschlüsse noch sichtbare Kabelwege. Dadurch können sie vergleichsweise frei innerhalb bestehender Ausstellungsarchitekturen positioniert werden.
APHEUM selbst nennt neben Kommunen ausdrücklich Museen, Archive, Bibliotheken sowie Kultur- und Bildungseinrichtungen als mögliche Einsatzfelder. Für den Fotokunstbetrieb könnte das System vor allem dort interessant werden, wo große fotografische Bestände mit begrenzter Ausstellungsfläche zusammentreffen – und wo digitale Flexibilität gewünscht ist, ohne auf die Anmutung eines gerahmten Bildes vollständig zu verzichten.
ProfiFoto Aktion
Erhältlich sind die APHEUM Frames ausschließlich im Direktvertrieb. ProfiFoto-Leser erhalten unter folgendem Link 10 Prozent Rabatt beim Kauf eines Frame M, oder Frame S:















