Mit der Bekanntgabe der Preisträger des Prix PICTO de la Photographie de Mode 2026 setzt die PICTO Foundation ein Zeichen für die Förderung junger fotografischer Positionen an der Schnittstelle von Mode, Kunst und visueller Kultur.
Die mittlerweile 28. Ausgabe des renommierten Nachwuchspreises fällt in ein besonderes Jahr: Zum einen feiert die PICTO Foundation ihr zehnjähriges Bestehen, zum anderen wird weltweit das 200-jährige Jubiläum der Fotografie begangen.
Aus mehr als 140 internationalen Bewerbungen wählte eine hochkarätig besetzte Jury unter Vorsitz der französischen Fotokünstlerin Valérie Belin insgesamt vier Preisträgerinnen und Preisträger aus. Der Wettbewerb richtet sich ausschließlich an Fotografen unter 35 Jahren und gilt als wichtige Plattform für den internationalen fotografischen Nachwuchs.

Grand Prix für Marie Blampain
Den Grand Prix PICTO de la Photographie de Mode 2026 erhielt die in Neukaledonien geborene und heute in Mexiko lebende Fotografin Marie Blampain. Ausgezeichnet wurde ihre Serie Fortuitous Witness, die alltägliche Momente in sorgfältig komponierten Studiobildern festhält und dabei Fragen nach Erinnerung, Wahrnehmung und Identität stellt.
Blampains Fotografien verzichten bewusst auf eindeutige narrative Zuordnungen. Stattdessen eröffnen sie Raum für individuelle Projektionen und verwandeln scheinbar banale Situationen in universelle Bilder über Vergänglichkeit und Erinnerung.

le19M-Preis für Cassandre Lafon
Der le19M Award for Fine Craft Photography ging an die französische Filmemacherin und Fotografin Cassandre Lafon. Ihre Serie La Chapelle entstand zwischen 2023 und 2025 auf einer Metrostation in ihrem Pariser Viertel.
Lafon verbindet dokumentarische Beobachtungen mit inszenierten Elementen und untersucht die Materialität von Kleidung zwischen Modeindustrie und Alltagskultur. Die Arbeit reflektiert zugleich die Gegensätze zwischen ihrer Tätigkeit für Luxusmarken und dem Leben in einem von Arbeiterkultur geprägten Umfeld.

Filippo-Roversi-Preis für Jérémie Monnier
Mit dem Filippo Roversi Award wurde Jérémie Monnier ausgezeichnet. Seine Serie Teenage Portraits porträtiert Jugendliche einer Schule im normannischen Breteuil-sur-Iton.
Zwischen klassischen Porträts und dokumentarischen Aufnahmen untersucht Monnier die Identitätsbildung junger Menschen im ländlichen Raum. Die Serie bewegt sich zwischen individuellen Charakterstudien und universellen Bildern einer Generation, die von geografischer Distanz und sozialen Herausforderungen geprägt ist.

LGA Management / JANVIER Award für Ode
Der LGA Management / JANVIER Award ging an die brasilianische Künstlerin Ode (Foto oben), die als Fotografin, Filmemacherin, Autorin und Kuratorin arbeitet.
Ihre Serie CARRANCA greift afro-brasilianische Spiritualität, Yoruba-Traditionen und afro-surrealistische Bildwelten auf. Inspiriert von den namensgebenden Schutzfiguren der brasilianischen Volkskultur entwickelt Ode eine visuelle Erzählung über Identität, Transformation und die Dekonstruktion eurozentrischer Sichtweisen. Die Arbeit verbindet Modefotografie mit kultureller Erinnerung und zeitgenössischer Kunstpraxis.
Nachwuchsförderung mit internationaler Strahlkraft
Seit seiner Gründung im Jahr 1998 hat sich der Prix PICTO zu einer der wichtigsten Auszeichnungen für junge Modefotografie entwickelt. Zu den früheren Preisträgern zählen unter anderem Charlotte Abramow, Elsa & Johanna, Kourtney Roy und Chiron Duong. Seit 2017 wird der Wettbewerb im Pariser Palais Galliera, dem Modemuseum der Stadt Paris, ausgerichtet. Die Arbeiten der Preisträger werden dort archiviert und Teil der öffentlichen Sammlung.
Mit Partnern wie Leica, le19M, Paolo Roversi, LGA Management und JANVIER verbindet der Wettbewerb finanzielle Förderung, Mentoring, Produktionsunterstützung und internationale Sichtbarkeit. Gerade in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen innerhalb der Mode- und Bildbranche bleibt der Prix PICTO damit eine wichtige Plattform für neue fotografische Stimmen.













