Die Ausstellung „Body Sculpture“ widmet sich dem fotografischen Blick auf den weiblichen Körper und seiner Veränderung im Laufe von mehr als 170 Jahren.
Vom 10. bis 24. April 2026 wird die Sammlung des Zürcher Sammlers Martin Bölsterli erstmals öffentlich im MOYO auf dem Maag Areal in Zürich präsentiert.
- Simone Senta, Laurence, 2016
- Sasha Stone, nue de la série femmes, 1932
- René Groebli, sitzender Akt, 1952, © 2025 Bildhalle Zürich/ René Groebli Estate
Im Zentrum der Ausstellung steht die Frage, wie der weibliche Körper in der Fotografie zwischen Idealisierung, Projektion, Selbstermächtigung und gesellschaftlicher Zuschreibung dargestellt wurde. Die gezeigten Arbeiten verstehen den Körper sowohl als ästhetische Form als auch als kulturelles Bild, das sich im Spannungsfeld von Zeitgeist und gesellschaftlichen Normen stetig verändert.
Die Sammlung umfasst rund 140 Werke international bedeutender Fotografen seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Zu sehen sind unter anderem Arbeiten von Alfred Stieglitz, Man Ray, Helmut Newton, Annie Leibovitz und Herb Ritts. Ergänzt wird das Spektrum durch Positionen wie Edward Weston, der mit seinen Aktstudien die formale Autonomie des Körpers betonte, sowie Robert Mapplethorpe, dessen Arbeiten klassische Formstrenge mit gesellschaftlicher Provokation verbinden.
- René Groebli, Silhouette, 1952, © 2025 Bildhalle Zürich/ René Groebli Estate
- Friederich Seidenstücker, Tänzerin, 1927
- Alfred Stieglitz, Nude Study, Georgia O’Keefe, 1919
Ausgangspunkt der Sammlung war eine Fotografie von Herb Ritts aus dem Jahr 1996, die das Supermodel Helena Christensen zeigt. Ausgehend von diesem Werk entwickelte sich über Jahrzehnte eine umfangreiche und kunsthistorisch fundierte Sammlung, die zentrale Entwicklungen der modernen und zeitgenössischen Fotografie vereint.
Kuratiert wurde die Ausstellung von Daniel Blochwitz, der die Werke entlang dreier inhaltlicher Linien präsentiert: dem Körper als fotografisches Motiv, der bewussten Inszenierung individueller Erscheinungsformen sowie dem Wandel gesellschaftlicher Perspektiven auf den weiblichen Körper.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Qualität der Exponate. Ein Großteil der Arbeiten besteht aus frühen Originalabzügen und Vintage-Prints, häufig signiert oder nummeriert. Dadurch erhält die Ausstellung nicht nur inhaltlich, sondern auch materiell eine besondere Bedeutung.
Mit „Body Sculpture“ wird eine selten öffentlich gezeigte Privatsammlung zugänglich, die die Entwicklung fotografischer Körperbilder in außergewöhnlicher Dichte nachvollziehbar macht. Die Ausstellung ist bei freiem Eintritt zugänglich und richtet sich sowohl an ein kunstinteressiertes Publikum als auch an Fachbesucher.
Bild oben: Mona Kuhn, Silhouette, 2021 © Mona Kuhn
















