Die Kölner in focus Galerie erinnert mit der retrospektiven Ausstellung „Bin dann mal weg“ an René Groebli. Gezeigt werden bekannte Ikonen ebenso wie selten präsentierte Arbeiten aus einem Werk, das zwischen dokumentarischer Beobachtung, subjektiver Fotografie und experimenteller Bildgestaltung Maßstäbe setzte.

Rene Groebli
René Groebli starb am 5. Mai 2026 im Alter von 98 Jahren. Einen Tag nach seinem 99. Geburtstag eröffnet die in focus Galerie in Köln am 10. Oktober eine große Gedenkausstellung. Neben bekannten Arbeiten sollen dabei auch Werke gezeigt werden, die in der Galerie bislang nicht oder nur selten zu sehen waren.
Der 1927 in Zürich geborene Fotograf wurde in den 1950er Jahren mit zwei Serien international bekannt, die bis heute zentral für sein Werk stehen: „Magie der Schiene“ von 1949 und „Das Auge der Liebe“ von 1954. In beiden Arbeiten verband Groebli dokumentarische Wahrnehmung mit einer stark subjektiven, emotionalen Bildsprache.
Bewegung und Intimität
„Magie der Schiene“ ist geprägt von Geschwindigkeit, Dampf und visueller Dynamik. Die Serie löst sich von einer rein beschreibenden Eisenbahnfotografie und übersetzt Bewegung in eine expressive fotografische Form.
Einen deutlich intimeren Ton schlägt „Das Auge der Liebe“ an. Die Serie über Groeblis frisch angetraute Ehefrau verbindet Nähe, Sinnlichkeit und Alltagsbeobachtung und gilt als ein Schlüsselwerk der subjektiven Fotografie in Europa.
- Rene Groebli, Tango, 1959
- René Groebli, Magie der Schiene, 1949
Farbe als Experiment
In den folgenden Jahrzehnten erweiterte Groebli seine Bildsprache zunehmend in Richtung Farbfotografie und experimenteller Gestaltung. Serien wie „The Colour of Time“, „London“ und „Variation“ zeigen eine Auseinandersetzung mit Farbe, Licht, Form und Zeit, die weit über den klassischen dokumentarischen Ansatz hinausgeht.
Bis ins hohe Alter blieb Groebli fotografisch aktiv. Sein Werk steht exemplarisch für eine Generation, die Fotografie zunehmend als eigenständige Kunstform verstand und sich bewusst von den engen Grenzen von Reportage und kommerzieller Auftragsfotografie löste. Seine Arbeiten befinden sich heute in internationalen Museen und Sammlungen.
- René Groebli, Kopf zerschnitten, 1976
Köln ab Oktober
„René Groebli – Bin dann mal weg“ eröffnet am 10. Oktober 2026 von 19 bis 21 Uhr in der in focus Galerie in Köln. Die Ausstellung läuft zunächst bis zum 7. November 2026 und ist mittwochs bis freitags von 16 bis 19 Uhr sowie samstags von 12 bis 15 Uhr geöffnet. Anschließend ist sie bis zum 30. Januar 2027 nach telefonischer Vereinbarung zugänglich.
Foto oben: René Groebli, Eye of Love, 1952


















