Mit ihrer elften Ausgabe beginnt die Photo London 2026 ein neues Kapitel. Die führende Fotokunstmesse Großbritanniens zieht erstmals in das traditionsreiche Olympia im Londoner Stadtteil Kensington und nutzt den Standortwechsel für eine deutliche Erweiterung ihres Konzepts. Die Messe findet vom 14. bis 17. Mai 2026 statt, die Preview beginnt bereits am 13. Mai.
- Photo: Steven Meisel
- Photo: Steven Meisel
- Photo: Steven Meisel
Das historische Olympia-Gelände, das im Rahmen eines milliardenschweren Umbaus neugestaltet wurde, wird der Messe künftig mehr Raum für internationale Galerien, kuratierte Sonderbereiche und interdisziplinäre Formate bieten. Die Veranstalter Michael Benson und Fariba Farshad sprechen von einem „neuen Jahrzehnt“ für die Messe und betonen insbesondere die gewachsene internationale Beteiligung mit Galerien aus Europa, Asien, Afrika und Lateinamerika.
Zu den wichtigsten Neuerungen zählt die kuratierte Sektion „Source“, die sich auf Einzelpräsentationen bedeutender, häufig unterrepräsentierter Künstler konzentriert. Kuratiert von Tristan Lund, verbindet die neue Plattform historische und zeitgenössische Positionen und legt einen Schwerpunkt auf marginalisierte Stimmen innerhalb der Fotografie. Gezeigt werden unter anderem Arbeiten von Rosalind Fox Solomon, Tom Wood und Alfredo Jaar.
Auch der Bereich „Discovery“ wird deutlich ausgebaut. Die von Charlotte Jansen kuratierte Sektion versteht sich als Plattform für junge Galerien und experimentelle Positionen. Auffällig ist in diesem Jahr die starke Präsenz südasiatischer Galerien und Künstler, darunter Teilnehmer aus Mumbai, Singapur und London. Ziel ist es, neue Perspektiven jenseits etablierter Marktmechanismen sichtbar zu machen.
Mit „Positions“ kehrt zudem das Format für nicht von Galerien vertretene Künstler zurück. Unterstützt von Julius Baer präsentiert die Sektion internationale Fotografen aus Regionen wie Iran, Bolivien, Marokko oder dem Libanon und unterstreicht damit den globalen Anspruch der Messe.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verbindung von Fotografie und Film. Erstmals richtet die Messe einen eigenen Screening Room für Künstlerfilme ein. Gezeigt werden Arbeiten etablierter und junger Künstler, darunter Filme von Sarah Moon sowie neue dokumentarische Arbeiten von Alys Tomlinson oder Carolina Baldomá.
Zu den Höhepunkten des Rahmenprogramms zählt die Ehrung des amerikanischen Modefotografen Steven Meisel als „Master of Photography“ 2026. Meisel, der als einer der einflussreichsten Modefotografen seiner Generation gilt, zeigt in London selten präsentierte Porträts aus den frühen 1990er Jahren, darunter Arbeiten mit Stella Tennant, Bella Freud und Plum Sykes.
Parallel dazu präsentiert Autograph die Ausstellung „We Are The Ones We Have Been Waiting For“, die Arbeiten von Frauen und nicht-binären Künstlern aus der eigenen Sammlung zusammenführt. Zu den beteiligten Künstlern gehören unter anderem Zanele Muholi, Carrie Mae Weems und Ingrid Pollard.
Deutlich erweitert wird außerdem der Bereich der Fotobücher und unabhängigen Verlage. Erstmals werden Publishers Section und Book Market zusammengeführt. Zahlreiche internationale Verlage präsentieren Neuerscheinungen, Sammlereditionen und seltene Fotobücher.
Begleitet wird die Messe von einem umfangreichen Talk-Programm, das erneut gemeinsam mit Thames & Hudsonkuratiert wird. Ergänzt wird das Programm durch den Photo London x Nikon Emerging Photographer of the Year Award, den Student Award sowie einen neuen Fotobuchpreis zu Ehren des verstorbenen Fotografen Martin Parr.













