Vom 24. bis 26. September 2026 findet die Hamburg Portfolio Review (HPR) zum sechsten Mal statt. Aus 1.238 Bewerbungen mit 1.962 Projekten und insgesamt 18.144 Bildern aus 95 Ländern wurden 100 Fotografen ausgewählt, die auf mehr als 50 internationale Experten aus Medien, Museen und Kulturinstitutionen treffen.
Zu den Reviewern gehören Vertreter von The New York Times, National Geographic, The Washington Post, Reuters, The Wall Street Journal, Getty Images, Newsweek Japan, Neue Zürcher Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung und dem Istanbul Museum of Modern Art. Am 26. September finden rund 400 Einzel-Portfolio-Reviews statt. Die Gespräche werden vollständig online durchgeführt und verteilen sich über 13 Zeitzonen.
- Foto: Zahra Motallebi, Persona
Die Teilnahme ist für die ausgewählten Fotografen kostenfrei. Damit verfolgt die Hamburg Portfolio Review bewusst das Ziel, den Zugang zu internationalen Kontakten unabhängig von Wohnort und finanziellen Möglichkeiten zu ermöglichen.
„In einer Zeit, in der künstliche Intelligenz und wirtschaftlicher Druck die professionelle Fotografie rasant verändern, werden starke individuelle Stimmen und der direkte internationale Austausch wichtiger denn je“, erklärt Fotografin und HPR-Mitbegründerin Heike Ollertz.
Plattform über das Review hinaus
Die Hamburg Portfolio Review versteht sich inzwischen nicht mehr ausschließlich als jährliches Portfolio-Format. Mit Ausstellungen, öffentlichem Programm, Online-Archiv und dem Podcast „VISUAL MINDS“ soll eine ganzjährige Plattform entstehen, die unabhängige Fotografie und visuellen Journalismus stärkt.
Nach Angaben der Veranstalter haben die Kontakte aus den Reviews in den vergangenen Jahren zu Publikationen, Ausstellungen, Kooperationen und längerfristigen beruflichen Beziehungen geführt. Ziel ist es, Fotografen aus unterschiedlichen Regionen und mit unterschiedlichen Hintergründen Zugang zu einem internationalen professionellen Netzwerk zu eröffnen.
Female Focus
Begleitet wird die HPR 2026 von der Ausstellung „FEMALE FOCUS“ in der FREELENS Galerie in Hamburg. Im sechsten Jahr der Portfolio Review zeigt die Galerie ausschließlich weibliche fotografische Positionen und reagiert damit auf weiterhin bestehende Unterschiede bei Repräsentation, Förderung und öffentlicher Wahrnehmung von Fotografinnen.
- Foto: Lucia Alonso Garrido, Teresa
15 internationale Fotografinnen beschäftigen sich mit Themen, die von militärischer Erziehung und kultureller Identität über Krieg und generationenübergreifende Erinnerung bis zu Alter, Behinderung, Robotik und gesellschaftlicher Selbstbestimmung reichen.
Laura Riis fotografiert eines von nur sechs Mädchen-Militärinternaten Pakistans, während Mathilde Mazars die staatenlose Bajau-Gemeinschaft vor der Küste Borneos begleitet. Jana Islinger untersucht soziale Grenzen innerhalb Duisburgs, Lucia Alonso Garrido porträtiert Frauen in ihren Achtzigern in Lissabon und Chantal Pinzi beschäftigt sich mit marokkanischen Reiterinnen, die ihren Platz in der traditionell männlich dominierten Tbourida-Reitkultur behaupten.
Paula Hornickel untersucht das Zusammenleben von Mensch und Roboter in Pflege, Forschung und Alltag, während Claudia Deganutti zwei Männer mit Down-Syndrom in ihrem selbstständigen Alltag begleitet. Jana Margarete Schuler porträtiert Wrestlerinnen in Ciudad Juárez, für die der Ring zugleich Ort des Widerstands gegen geschlechtsspezifische Gewalt und Unsichtbarkeit ist.
- Foto: Jana Islinger, Unter demselben Himmel
Mit dem Krieg in der Ukraine beschäftigen sich Viktoria Sorochinski und Maria Høy Hansen aus unterschiedlichen Perspektiven. Sorochinski dokumentiert den Alltag in Poltawa im Schatten des Krieges, Hansen ein Ferienlager für ukrainische Kinder in den Karpaten, das für kurze Zeit einen Raum ohne Luftalarm und unmittelbare Angst schafft.
Weitere Positionen befassen sich mit psychiatrischer Langzeitpflege in Belgien, weiblicher Arbeit und Seidenraupenzucht in China sowie den Arbeitsbedingungen auf kolumbianischen Blumenfarmen. Den Abschluss bildet Zahra Motallebi mit einer über drei Jahre entstandenen Serie über trans Frauen und Drag-Performer im Iran.
Kuratiert wird „FEMALE FOCUS“ von Nina Röder und Peter Lindhorst. Die Ausstellung eröffnet am 24. September in der FREELENS Galerie Hamburg.
Keynote mit Meeri Koutaniemi
Zum Programm der HPR gehört außerdem am 25. September eine Canon Keynote der finnischen Fotografin und Canon Ambassadorin Meeri Koutaniemi, eine Führung durch die Ausstellung sowie ein Screening der 100 für die diesjährige Portfolio Review ausgewählten internationalen fotografischen Positionen.
Veranstaltet wird die Hamburg Portfolio Review von der FREELENS Foundation. FREELENS zählt nach eigenen Angaben mehr als 2.100 Mitglieder und ist damit der größte Berufsverband professioneller Fotografen in Deutschland. Die HPR 2026 wird von der Behörde für Kultur und Medien Hamburg, Canon, VG Bild-Kunst und Oschatz Visuelle Medien unterstützt.
Foto oben: Jana Margarete Schuler, Nighttime


















