Mit der Ausstellung „Im Rhythmus der Großstadt – 100 Jahre Fotografie und Presse in Berlin“ widmet sich das Stabi Kulturwerk ab dem 12. Juni 2026 der engen Verbindung von Pressefotografie, Journalismus und urbanem Leben. Die Ausstellung ist bis zum 20. Dezember 2026 in Berlin zu sehen und zeichnet die Entwicklung der Berliner Pressefotografie von den 1920er Jahren bis in die Gegenwart nach.
- Friedrich Seidenstücker, Fahrbarer Zeitungskiosk an der Hauptstraße in Schönberg, Berlin 1928. © bpk-Fotoarchiv / Friedrich Seidenstücker.
- Abisag Tüllmann, Selbstporträt im Spiegel, Zürich 1964. Das bpk-Fotoarchiv verwahrt den Nachlass des bildjournalistischen Gesamtwerks von Abisag Tüllmann. © bpk-Fotoarchiv / Abisag Tüllmann.
- Fotograf unbekannt, Eine Berliner Reportage-Fotografin fotografiert von einem Kran des noch im Bau befindlichen Berliner Stadthauses, Berlin 1909. © bpk-Fotoarchiv.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie fotografische Bilder den Journalismus und zugleich die Wahrnehmung der Metropole geprägt haben. Die Ausstellung beleuchtet die Entstehung der modernen Pressefotografie in einer Zeit, in der das historische Berliner Zeitungsviertel zu den wichtigsten Medienzentren Europas gehörte. Bis zu 147 Tageszeitungen erschienen zeitweise in der Hauptstadt – manche sogar zweimal täglich. Neue Kameratechnologien und schnellere Druckverfahren veränderten die journalistische Arbeit grundlegend und machten die Fotografie zu einem zentralen Bestandteil moderner Berichterstattung.
Thematisch spannt die Ausstellung einen Bogen von der Weimarer Republik über die Zeit des Nationalsozialismus bis hin zur geteilten Stadt und den unterschiedlichen Medienrealitäten in Ost- und West-Berlin. Dabei geht es nicht nur um journalistische Bildproduktion, sondern auch um Fragen von Propaganda, Zensur, Pressefreiheit und gesellschaftlicher Verantwortung.
Gezeigt werden historische Fotografien aus dem bpk Fotoarchiv, Zeitungen aus den Beständen der Staatsbibliothek zu Berlin sowie zeitgenössische Arbeiten von Fotografen der renommierten OSTKREUZ-Agentur. Die Ausstellung verdeutlicht damit zugleich, wie sich die Bildsprache der Pressefotografie über ein Jahrhundert verändert hat und dennoch stets Ausdruck des urbanen Lebens geblieben ist.
Das Stabi Kulturwerk versteht sich als öffentliches Schaufenster der Staatsbibliothek zu Berlin und präsentiert regelmäßig Ausstellungen zu Kultur-, Medien- und Wissensgeschichte. Mit „Im Rhythmus der Großstadt“ rückt nun erstmals die Berliner Pressefotografie als eigenständiges kulturhistorisches Phänomen in den Mittelpunkt.
Foto oben: Konrad Hoffmeister, Lesende S-Bahnfahrer (Alexanderplatz), Berlin (Ost) 1957/1958. © bpk-Fotoarchiv / Konrad Hoffmeister.
















