Der Fotosommer Stuttgart 2026 eröffnet am 17. Juli um 18 Uhr in der Staatsgalerie Stuttgart „THE GÄLLERY“ mit der Hauptausstellung „UNORDNUNG“. Bis 26. Juli widmet sich das Festival einem Thema, das angesichts globaler Krisen, gesellschaftlicher Umbrüche und schwindender Gewissheiten aktueller kaum sein könnte.
Mit „UNORDNUNG“ stellt der Fotosommer Stuttgart 2026 einen Begriff ins Zentrum, der weit über sichtbares Chaos hinausreicht. Gemeint sind nicht nur Brüche, Störungen und Auflösungserscheinungen, sondern auch Prozesse des Wandels, fragile Gleichgewichte und Momente, in denen alte Strukturen ihre Verbindlichkeit verlieren und neue Ordnungen noch nicht entstanden sind.
- Valentin Wormbs, Turbulenzen_#3
- Vulvodynie, Schmerz der Weiblichkeit
- Jonas Glanz, Haas, Leon Adam Peripherie
Im Mittelpunkt des Festivals steht die zentrale Hauptausstellung in „THE GÄLLERY“ der Staatsgalerie Stuttgart. Sie vereint 23 fotografische Positionen, die aus mehr als 250 Einreichungen eines offenen Wettbewerbs ausgewählt wurden. Die Arbeiten wurden von einer Fachjury ausgewählt und zeigen die bemerkenswerte Bandbreite zeitgenössischer fotografischer Auseinandersetzungen mit dem Thema.
Die gezeigten Arbeiten bewegen sich zwischen dokumentarischen, konzeptuellen und künstlerischen Ansätzen. Sie thematisieren ökologische Krisen ebenso wie urbane Transformationen, persönliche Erfahrungen von Verlust und Desorientierung sowie die Folgen von Krieg, Krankheit, Alter oder gesellschaftlichen Machtstrukturen. Damit wird Unordnung nicht als Ausnahmezustand verstanden, sondern als eine grundlegende Erfahrung der Gegenwart.
Gerade darin liegt die fotografische Qualität des Themas. Fotografie kann offensichtliche Zustände der Desintegration dokumentieren, aber auch latente Spannungen sichtbar machen: fragile Situationen, Übergänge, gestörte Routinen, soziale Brüche und jene Momente, in denen sich das scheinbar Geordnete als instabil erweist. Die Presseunterlagen zeigen dazu ein breites visuelles Spektrum – von inszenierten und performativen Bildansätzen über urbane Situationen bis hin zu stillen, beinahe beiläufigen Beobachtungen von Zwischenzuständen.
- Sabine Bungert, Magic and Mask
- Valerie Schmidt, Claus stolpert 3
„Fotografie war immer ein Medium, das gesellschaftliche Brüche sichtbar machen kann. Das Thema ‚Unordnung‘ eröffnet dabei nicht nur einen Blick auf Krisen und Verwerfungen, sondern auch auf die Frage, welche neuen Formen des Zusammenlebens und Denkens daraus entstehen können“, sagt Volker Schrank, Vorstand des Fotosommer Stuttgart e. V.
Der Fotosommer Stuttgart versteht sich seit seiner Gründung als dezentrales Festival, das institutionelle und unabhängige Akteure der Fotoszene zusammenführt. Neben der Hauptausstellung beteiligen sich zahlreiche Galerien, Werkstätten, freie Hochschulen und Kulturinitiativen mit eigenen Ausstellungen am Festivalprogramm. Mit mehr als 30 Ausstellungen im gesamten Stadtgebiet entsteht die bislang größte zusammenhängende Präsentation fotografischer Positionen in Stuttgart.
- Martin Eberle,o.T., 2019, Aus: »Hi Schatz!«
Damit setzt der Fotosommer Stuttgart 2026 nicht auf ein geschlossenes Festivalzentrum, sondern auf ein Netzwerk unterschiedlicher Orte und Perspektiven. Die fotografische Auseinandersetzung mit „Unordnung“ wird so selbst räumlich erfahrbar: als Bewegung durch die Stadt, als Wechsel zwischen Institution und Off-Space, zwischen etablierten Präsentationsformen und unabhängigen fotografischen Positionen.
Der Fotosommer Stuttgart 2026 lädt dazu ein, Fotografie als Instrument der Orientierung in einer zunehmend komplexen Gegenwart zu erleben. „UNORDNUNG“ erscheint dabei nicht nur als Diagnose, sondern auch als produktiver Zustand: als Möglichkeit, neue Perspektiven, neue Fragen und neue Formen der Wahrnehmung zu entwickeln.
Foto oben: Wolfgang Zurborn, Crowds 1
Fotosommer Stuttgart 2026
17. bis 26. Juli 2026
Eröffnung: 17. Juli 2026, 18 Uhr
Staatsgalerie Stuttgart „THE GÄLLERY“
Hauptausstellung: „UNORDNUNG“





















